Automaten, die autonom vollwertige Gerichte zubereiten, sind nichts Neues – zum Beispiel Pizza- oder Burgerautomaten. Das Hamburger Start-up Circus will dieses Konzept mithilfe von künstlicher Intelligenz auf das nächste Level heben. Das Produkt: Der Circus CA-1 – ein KI-gesteuerter Kochroboter, der Gerichte vollständig autonom zubereitet – vom Schneiden über das Erhitzen bis zum Servieren und Reinigen der Kochutensilien. In einem Rewe-Markt im Düsseldorfer Stadtteil Heerdt hat der CA-1 am Mittwoch, dem 29. Oktober 2025, nun seine Weltpremiere gefeiert. Weltweit sei Circus nach eigenen Angaben der einzige Anbieter, der solche Systeme serienreif produziert.
Der kastenförmige, im Edelstahl-Design aber ziemlich futuristisch wirkende Roboter nimmt eine Fläche von etwa sieben Quadratmetern ein. Hinter der Scheibe arbeiten zwei Roboterarme, die nach Kundenwahl per Display eines von derzeit acht Gerichten kochen – etwa Penne Arrabiata, Linsencurry oder Kaiserschmarrn. Mithilfe von sechs Kameras überwacht das System die Zubereitung, greift auf bis zu 36 Zutatenboxen zu, erhitzt, serviert und reinigt sogar das benutzte Geschirr selbst. Theoretisch lassen sich unendlich viele Gerichte programmieren, solange die passenden Zutaten und Rezepte hinterlegt sind. Wie das aussieht, zeigt ein Video von RTL WEST. Bei Kunden scheint der Roboter-Koch bislang gut anzukommen: Gelobt wurden Geschmack und Frische, Kritik gab es am Temperaturniveau der Speisen.
Die Premiere ist Teil eines sechsmonatigen Testlaufs in drei Rewe-Filialen in Düsseldorf und Bonn. Die Roboter wurden für ein halbes Jahr gemietet. Was die Kosten dafür angeht, hält man sich bedeckt. Der Anschaffungspreis des Circus CA-1 liegt jedoch bei 250.000 Euro. Rewe-West-Geschäftsführer Lars Klein betonte, der Roboter sei „ein Zusatzangebot, kein Ersatz für Personal“. Ziel sei es, den Fachkräftemangel zu kompensieren und Kunden eine zusätzliche, frische Verpflegungsmöglichkeit zu bieten.
Vielleicht bald überall
Laut eigenen Angaben hat Circus bislang zehn Geräte produziert und beschäftigt sich aktuell mit dem Ausbau der Serienfertigung. Künftig sollen bis zu 6.000 Kochroboter pro Jahr produziert werden können. Es könnte also sein, dass in naher Zukunft in vielen Supermärkten ähnliche Automaten stehen – oder gar ganze Selbstbedienungsrestaurants entstehen, die vollständig auf dieser Technologie basieren.
Ob Jobs in der Gastronomiebranche dadurch langfristig tatsächlich nicht gefährdet sind, ist fraglich. Einerseits ersetzt der Roboter bestimmte Routinetätigkeiten, andererseits könnten autonome Kochsysteme neue Berufsfelder schaffen – etwa in der Wartung und Programmierung der Geräte oder im Rezept-Design. Zudem hat der Roboter auch Grenzen. Gerichte, die biepsielsweise Panieren, Frittieren oder Flambieren erfordern, kann er bislang nicht zubereiten.












