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Active Stereo Camera: Sichere aber günstigere Face ID-Alternative

Die Active Stereo Camera von MediaTek, Himax und Megvii bringt 3D-Gesichtserkennung für die Massen.
Die Active Stereo Camera von MediaTek, Himax und Megvii bringt 3D-Gesichtserkennung für die Massen.
Gesichtserkennung ist heutzutage auf jedem Billigsdorfer-Handy zu haben, für Finanztransaktionen sind 99 Prozent der implementierten Verfahren aber zu unsicher, denn hierfür benötigt es 3D-Sensoren. MediaTek will nun die Kosten für die Technologie reduzieren und verspricht in Kooperation mit Himax und Megvii als Partner eine Referenzlösung für günstigere Midrange-Handys.
Alexander Fagot,

Der Siegeszug biometrischer Sicherungs- und Entsperrverfahren im Mobilbereich ist nicht aufzuhalten, der mittlerweile ubiquitäre Fingerabdrucksensor bekommt neuerdings aber starke Konkurrenz durch Gesichtserkennungsverfahren, die allerdings in den meisten Fällen viel zu unsicher für höhere Anforderungen wie Finanztransaktionen sind und demnach bei den meisten Implementierungen gerade mal zum Entsperren eines privat genutzten Handys taugen.

Apple hatte sich hier im Vorjahr besonders hervor getan und mit Face ID eine als recht sicher geltende iPhone X-Lösung auf Basis der sogenannten "3D-Structured-Light-Technologie" vorgestellt - die Android-Konkurrenz hatte bis vor Kurzem nichts Vergleichbares anzubieten. Seit wenigen Monaten gibt es zwar vereinzelt ein paar Flaggschiffe mit ähnlicher Technologie, beispielsweise das Mi 8 von Xiaomi oder das Find X von Oppo, für die Massen sind diese Implementierungen aber immer noch zu teuer. Kommende Flaggschiffe wie das Mate 20 Pro von Huawei oder das Galaxy S10 von Samsung werden ihre eigenen Lösungen bieten, für alle anderen könnte sich dagegen die nun offiziell angekündigte "Active Stereo Camera", kurz ASC von MediaTek, Himax und Megvii anbieten.

Bilder dieser 3D-Kamera gibt es noch nicht zu sehen, der Komponentenhersteller Himax bietet zusammen mit der auf KI-Algorithmen basierenden Face++-Technik von Megvii und MediaTeks Chipsätzen aber ein recht günstig zu produzierendes Gesichtserkennungs-Referenzdesign an, das sich durch einfache 2D-Bilder nicht mehr so leicht austricksen lässt. In Verbindung mit den Helio-Chipsätzen von MediaTek werden recht bald entsprechende 3D-Sensor-Arrays in günstigen Android-Handys Einzug halten, die mit 7.000 bis 10.000 IR-Punkten zwar nicht ganz so detaillierte 3D-Bilder erstellen dürften wie Apples Face ID aber wohl gut genug für ein dreidimensionales Tiefenbild eines Gesichts sind. Erste Handys auf Basis der Technologie werden 2019 erwartet.

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Autor: Alexander Fagot,  7.09.2018 (Update:  7.09.2018)
Alexander Fagot
Alexander Fagot - Managing Editor News
Als Tech- und Gadget-begeisterter Allrounder mit Desktop-Selbstbau- und Overclocking-Vergangenheit, arbeitete ich als Filmvorführer noch mit dem guten alten 35 mm Film, bin dann zusehends auch professionell in die Computerwelt geschlittert und schuftete einige Jahre als Windows-Admin und Projektmanager. Nach längeren Reisen schreibe ich nun von allen Ecken dieser Welt aus als News-Redakteur für Notebookcheck und konzentriere mich im Moment tendenziell auf den Bereich Mobile.