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Amazon: Kindle und Fire TV teurer, der Rabatt sieht nur besser aus

Grafik mit dem Hinweis, dass Amazon die Listenpreise um bis zu 44 Prozent angehoben hat, die Verkaufspreise aber gleich geblieben sind
ⓘ Notebookcheck, Daten: Amazon
Amazon hat die Listenpreise am 24. August um bis zu 44 Prozent angehoben. Verkauft werden die Geräte bislang weiterhin deutlich darunter.
Amazon hat die Listenpreise für Kindle, Fire TV, Echo und eero auch in Deutschland angehoben, beim Fire TV Stick HD um 20 Euro. An der Kasse zahlst du trotzdem noch die alten Beträge, denn alle geprüften Geräte laufen weit unter UVP. Sofort geändert hat sich nur die Rabattrechnung. Wir haben die neuen Preise am Dienstag direkt bei Amazon gegengeprüft.

Amazon hat seit Montag auch im deutschen Shop die unverbindlichen Preisempfehlungen für einen großen Teil der eigenen Hardware angehoben. Betroffen sind Kindle-Lesegeräte, die Fire-TV-Sticks, der Fire TV Cube, Echo-Lautsprecher und die eero-Router. Eine Pressemitteilung dazu gibt es nicht, und Amazon hat sich zum deutschen Schritt bislang auch nicht gesondert geäußert. Zur Anhebung in den USA, die vergangene Woche Fortune zuerst gemeldet hatte, erklärte eine Sprecherin, die Branche sehe sich deutlich gestiegenen Kosten für Speicher- und Storage-Komponenten gegenüber. Man habe diese Mehrkosten so lange wie möglich selbst getragen und dann die Preise über die Produktlinien hinweg angepasst.

Das steht seit dieser Woche auf den Produktseiten

Wir haben die betroffenen Seiten am Dienstagnachmittag einzeln aufgerufen. Der Fire TV Stick HD steht jetzt bei einer Empfehlung von 64,99 Euro, zuvor waren es 44,99 Euro. Der Fire TV Stick 4K Select liegt bei 69,99 statt 54,99 Euro, der 4K Plus bei 84,99 statt 69,99 Euro, der 4K Max bei 114,99 statt 79,99 Euro. Den größten Sprung in Euro macht der Fire TV Cube, der von 159,99 auf 229,99 Euro klettert. Beim Kindle Paperwhite mit Werbung stehen 209,99 Euro, bisher waren es 169,99 Euro. Der Echo Dot der neuesten Generation wird mit 89,99 Euro geführt, zuvor mit 64,99 Euro. Das eero-7-Dreierpack kostet auf dem Papier 429,99 statt 399,99 Euro.

Bei zwei Geräten weichen unsere Messwerte von Aufstellungen ab, die am Montag und Dienstag anderswo erschienen sind. Dort werden für den Kindle Paperwhite 219,99 Euro und für den Echo Dot 79,99 Euro genannt. Nachrechnen hilft hier weiter: Amazon weist den Paperwhite bei 169,99 Euro selbst als 19 Prozent günstiger aus, und diese Zahl geht nur gegen 209,99 Euro auf. Beim Echo Dot stehen 39,99 Euro und ein Minus von 56 Prozent, was ebenfalls exakt zu 89,99 Euro passt. Wir nennen deshalb die Werte, die auf der Produktseite standen.

An der Kasse zahlst du davon noch nichts

Jetzt der Teil, der in den meisten Meldungen untergeht. Kaufen kannst du die Geräte gerade trotzdem günstig, denn keines der geprüften Produkte wird zur neuen Empfehlung verkauft. Der Fire TV Stick HD lag bei 26,99 Euro, der 4K Select bei 29,99 Euro, der 4K Plus bei 37,99 Euro und der 4K Max bei 47,99 Euro. Der Fire TV Cube kostete 129,99 Euro und damit sogar weniger als seine alte Empfehlung von 159,99 Euro. Beim eero-7-Dreierpack waren es 319,99 Euro. Der Kindle Paperwhite stand bei 169,99 Euro, also exakt auf dem Betrag, der bis vergangene Woche noch die offizielle Empfehlung war.

Was sich sofort geändert hat, ist die Rechnung darüber. Amazon weist den Fire TV Stick HD bei 26,99 Euro inzwischen als 58 Prozent Ersparnis aus. Gegen die alte Empfehlung von 44,99 Euro wären es 40 Prozent gewesen. Der Preis ist derselbe, das Preisschild sieht besser aus. Beim Kindle Paperwhite steht ein Minus von 19 Prozent, obwohl du für denselben Betrag vor zwei Wochen keinen Cent Rabatt bekommen hättest.

Warum die neue Zahl trotzdem zählt

Der Auslöser ist keine Amazon-Eigenheit. Die Speicherpreise steigen seit Monaten, weil die Hersteller ihre Kapazitäten in Richtung Rechenzentren umwidmen. Wir haben berichtet, dass die Speicherkrise inzwischen sogar Nvidia trifft und die Preise für KI-Server um mehr als 15 Prozent steigen sollen. Im Notebook-Regal ist der Effekt ebenfalls angekommen, wie unser Test des HP ZBook Ultra G1a 14 zeigt, und bei den Mittelklasse-Smartphones verschwinden bereits ganze Modellreihen aus einzelnen Märkten. Günstige Geräte trifft ein fester Aufschlag für RAM und Flash-Speicher prozentual am härtesten, und genau dort sitzen Amazons Einstiegsprodukte.

Rabatte laufen aus, Listenpreise bleiben. Die neue Empfehlung ist die Basis, von der Amazon künftige Aktionen herunterrechnet, und das gilt auch für die Black-Friday-Woche im November. Wer ein Angebot sieht, sollte deshalb nicht auf die Prozentzahl schauen, sondern auf den Betrag, der am Ende abgebucht wird, und den mit dem vergleichen, was das Gerät im Frühjahr gekostet hat.

Praktisch heißt das: Wenn du ohnehin einen Kindle oder einen Fire TV Stick brauchst, bekommst du ihn derzeit noch zu den bekannten Beträgen. Wenn du wartest, wartest du auf ein Angebot, das prozentual größer aussehen wird, ohne deshalb günstiger zu sein.

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Autor: Steffen Zahn, 25.08.2026 (Update: 25.08.2026)