Smartphone-Markt bricht ein: KI-Boom verschärft globale Speicherkrise

Das Geschäft mit Smartphones stottert gewaltig. Die Marktforscher von Counterpoint Research melden für das zweite Quartal 2026 ein sattes Minus von 11 Prozent bei den weltweiten Auslieferungen. Einen so schwachen Frühsommer gab es in der Branche zuletzt vor 13 Jahren, so die Branchenexperten. Der Hauptgrund für die Talfahrt sei eine massive Speicherknappheit bei DRAM- und NAND-Bausteinen. Da die großen Zulieferer ihre Produktionskapazitäten primär für den lukrativen Ausbau von KI-Rechenzentren reservieren würden, führe dies zu rasant steigenden Bauteilkosten für Smartphone-Hersteller. Diese Preissteigerungen werden direkt an die Endkunden weitergegeben. Als wäre das nicht genug, treiben die Konflikte im Nahen Osten die Preise für Öl und Frachtrouten weiter nach oben.
Samsung lässt sich von der miesen Stimmung nicht anstecken und holt sich die globale Krone zurück. Die Südkoreaner sichern sich 24 Prozent Marktanteil und wachsen so stark wie kein anderer Hersteller in den Top 5. Das Erfolgsrezept: Eine gut geölte Lieferkette und clevere Sommer-Rabatte, besonders in Indien und dem Nahen Osten. So konnte sich Samsung drastische Preiserhöhungen schlichtweg sparen. Als Verkaufsschlager erwies sich die Galaxy S26-Serie, wobei das teure Ultra-Modell dank neuer KI-Funktionen und dem blicksicheren Display besonders stark nachgefragt wurde.
Auch Apple schwimmt gegen den globalen Abwärtstrend. Die Kalifornier steigerten ihre Auslieferungen um 3 Prozent und erreichten mit 20 Prozent Marktanteil einen historischen Rekordwert für ein zweites Quartal. Apple war der einzige große Hersteller, der in diesem Zeitraum komplett auf Preiserhöhungen verzichtete. Die Nachfrage nach der iPhone 17-Serie bleibt weltweit enorm hoch. Lediglich in China musste Apple Federn lassen, da die Rabattaktionen rund um das wichtige 618-Shopping-Festival weniger aggressiv ausfielen als noch im Vorjahr.

Die chinesischen Hersteller Xiaomi, Oppo und Vivo verzeichneten hingegen zweistellige Rückgänge. Da diese Marken stark im Einstiegs- und Mittelklassesegment vertreten sind, schlagen die gestiegenen Speicherpreise hier voll durch. Preissensible Kunden verschieben aktuell den Neukauf oder greifen zu älteren Geräten. Xiaomi konnte den Absturz durch eine Straffung des Portfolios abfedern und sicherte sich mit 12 Prozent den dritten Platz. Oppo (11 Prozent) und Vivo (8 Prozent) litten massiv unter der schwachen Nachfrage und Lieferengpässen, die wichtige Modelle aus ihren angestammten Preisklassen drängten. Abseits der Top 5 glänzten Google (+16 Prozent) mit den Pixel 10-Modellen und Huawei (+6 Prozent) mit der Mate 80-Serie. Die Analysten von Counterpoint rechnen für das Gesamtjahr 2026 mit einem Marktrückgang von 14 Prozent, da die Speicherkrise voraussichtlich bis ins Jahr 2027 andauern wird.








