Intel will Speicherproblem moderner Spiele lösen, konkurriert mit Nvidia

Intel hat im Rahmen einer Videopräsentation eine neue Technik namens Texture Set Neural Compression (TSNC) vorgestellt, die den Speicherbedarf moderner Spiele deutlich senken soll – was Gamer in Anbetracht der Speicherkrise spürbar entlasten könnte. Wer die Geschehnisse der Gaming-Welt verfolgt, könnte mitbekommen haben, dass Nvidia kürzlich eine Technologie mit dem gleichen Ansatz vorgestellt hat.
Die Idee dahinter ist bei beiden gleich: Texturen und zusammengehörige Materialdaten werden nicht mehr klassisch komprimiert, sondern in eine gelernte Repräsentation überführt. Ein kleines neuronales Netz rekonstruiert die benötigten Informationen später wieder auf der GPU. Das soll Downloads verkleinern, Speicherplatz auf SSDs sparen und den Bedarf an VRAM reduzieren. Insbesondere Letzteres dürfte die Gaming-Community begrüßen, weil aktuelle Spiele immer mehr Grafikspeicher belegen und Hersteller Mainstream-Grafikkarten oft noch mit 8 oder 12 GB VRAM anbieten.
Laut Intel gibt es zwei Varianten: Eine qualitätsorientierte Version erreicht rund die 9-fache Verkleinerung bei vergleichsweise geringen Einbußen, eine aggressivere Variante soll sogar auf etwa 17- bis 18-fache Einsparungen kommen, zeigt dann aber sichtbarere Artefakte. Entscheidend ist also der Kompromiss zwischen Bildqualität, Speicherersparnis und Rechenaufwand. Nvidia kommuniziert bei seiner Neural Texture Compression einen praxisnahen Demo-Wert und spricht von einer Reduktion des Speicherbedarfs von 6,5 GB auf 970 MB, also um rund 85 Prozent, bei nahezu identischer Bildqualität. Intels Werte wirken auf dem Papier höher. Wirklich vergleichen lässt sich das aber kaum, weil unterschiedliche Bezugsgrößen und Testszenarien verwendet werden.
Intel offenbar mit breiterem Hardware-Support
Beim Hardware-Support zeigt sich ebenfalls ein Unterschied: Nvidias Neural Texture Compression ist Teil des RTX-Ökosystems und nutzt vor allem die Tensor Cores aktueller GeForce-RTX-Grafikkarten. Über DirectX 12 Cooperative Vectors gibt es zwar inzwischen auch einen offeneren Pfad, Nvidia positioniert die Technik aber eindeutig rund um die eigene RTX-Plattform und die dazugehörigen Tools. Intel verfolgt bei TSNC ebenfalls einen beschleunigten Pfad für eigene Hardware, konkret über XMX-Einheiten kommender Arc-GPUs, bietet daneben aber auch einen langsameren Fallback-Modus per FMA an, der grundsätzlich ohne dedizierte KI-Hardware funktioniert. Nvidias Vorteil liegt vor allem darin, dass RTX-Grafikkarten im Gaming-Markt bereits deutlich breiter verankert sind, während Intel beim Kompatibilitätsansatz etwas offener wirkt. Welcher der beiden Standards sich schlussendlich durchsetzt, bleibt abzuwarten.










