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Angst vor Speicherpreisen kurbelt PC-Markt an: DRAM-Kosten könnten um weitere 60% steigen

Lenovo IdeaPad Pro 5 Laptop
ⓘ Lenovo
Lenovo IdeaPad Pro 5 Laptop
Im ersten Quartal 2026 verzeichneten die PC-Hersteller einen Boom bei den Auslieferungen, da sich die Speicherknappheit verschärfte. Kunden befürchteten höhere Speicherkosten und deckten sich mit Laptops und Desktops ein. Bei Lenovo und Asus könnten die Bestelleingänge im weiteren Verlauf des Jahres 2026 zurückgehen, falls DRAM noch teurer wird.

Trotz der Bedenken, dass astronomische Speicherpreise die Verkaufszahlen von Laptops und Desktops lähmen könnten, florierte der Markt im ersten Quartal 2026. Das Marktforschungsunternehmen Counterpoint hebt hervor, dass die weltweiten PC-Auslieferungen im Vergleich zum Vorjahr um 3,2 % gestiegen sind. Trotz der Unterstützung durch Windows-11-Upgrades könnte ein prognostizierter Anstieg der DRAM-Kosten um 60 % diesen Trend jedoch umkehren.

Wer profitierte am meisten von der Speicherkrise?

Der Bericht zeigt auf, dass Hersteller wie Lenovo, Asus und Apple von Panikkäufen profitierten. Da Lenovo-Manager die Kunden zum Handeln drängten, stiegen die Auslieferungen im Jahresvergleich um 9 %. Asus lag mit 20 % an der Spitze, was größtenteils darauf zurückzuführen ist, dass der Speichermangel die Laptop-Käufe ankurbelte.

Apple ist möglicherweise am besten gerüstet, um schwindenden Komponenten-Vorräten standzuhalten. Das MacBook Neo trug bereits zu einem Anstieg der Bestellungen um 11 % im Jahresvergleich bei. Counterpoint stellte zudem fest, dass kleinere OEMs im Vergleich zu den dominanten PC-Herstellern zu kämpfen hatten. Für diese Unternehmen ist es schwieriger, langfristige Verträge mit DRAM-Giganten wie Samsung und SK Hynix abzusichern.

Q1 2026 PC-Auslieferungen
ⓘ Screenshot, Counterpoint
Q1 2026 PC-Auslieferungen

Während die rasant steigenden Speicherpreise ein wesentlicher Faktor waren, spielte auch Microsofts Supportende für Windows 10 eine Rolle. Das neuere Betriebssystem erforderte von einigen Laptop-Besitzern Investitionen in kompatible Hardware.

Die Einführung von Qualcomms Snapdragon X2 Elite-Prozessor und anderen KI-fähigen Chips hatte ebenfalls Auswirkungen. Immer mehr Unternehmen setzen auf KI-gesteuerte Anwendungen, was sie zu PC-Upgrades bewegt.

Verluste könnten die Gewinne bei den PC-Verkäufen überwiegen

Die Analyse liefert eine deutlich düsterere Prognose für den Rest des Jahres 2026. Der Artikel erklärt, dass der Anstieg der Auslieferungen eher aus einer „vorgezogenen Nachfrage resultierte, anstatt ein nachhaltiges Wachstum zu signalisieren“.

Die Kosten für DDR5-RAM sind seit Ende 2025 um bis zu 100 % gestiegen. TrendForce prognostiziert, dass die Preise im zweiten Quartal 2026 um weitere 50 bis 60 % steigen könnten. Lenovo, Asus und deren Wettbewerber könnten feststellen, dass die Bestellungen für Laptops und Desktops spürbar zurückgehen.

Sollten die DRAM-Vorräte niedrig bleiben, könnten sie weniger neue Modelle auf den Markt bringen. MSI hat bereits damit begonnen, einen Teil seines Fokus von Gaming-Beständen auf KI-Server zu verlagern. Unternehmenskunden werden eher weiterhin Produkte mit höheren Gewinnmargen kaufen. Leider ist das Einstiegssegment am stärksten von den überhöhten Speicherpreisen bedroht. Viele Gamer mussten den Bau neuer Systeme verschieben, da DDR5-RAM unerschwinglich geworden ist.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-04 > Angst vor Speicherpreisen kurbelt PC-Markt an: DRAM-Kosten könnten um weitere 60% steigen
Autor: Adam Corsetti, 19.04.2026 (Update: 19.04.2026)