Händler verweigert DDR5-RAM-Austausch trotz Garantie und verweist auf hohe Speicherpreise

Einige Einzelhändler finden Wege, sich vor den Rekordpreisen für Arbeitsspeicher zu schützen. Hardware Unboxed schilderte die Probleme eines Kunden namens Goran nach dem Kauf eines 32 GB Corsair Vengeance DDR5 RAM-Kits im Jahr 2024. Trotz bestehender Garantie verweigerte der australische Händler Umart den Austausch der Module. Mittlerweile weigert sich das Unternehmen sogar, dem Käufer den ursprünglichen Speicher zurückzugeben.
Hält sich Umart an das Gesetz?
Laut dem australischen Verbraucherschutzgesetz (ACL) haben Verbraucher bei einem schwerwiegenden Defekt die Wahl zwischen Rückerstattung, Ersatz oder einer anderen Entschädigung. Diese Richtlinien gelten unabhängig von der Herstellergarantie. Anders als in anderen Teilen der Welt kontaktieren Käufer in Australien in der Regel zuerst den Händler, bei dem sie das Produkt erworben haben.
Goran schickte den DDR5-RAM an Umart zurück, wo mittels MemTest86 Fehler in einem Riegel festgestellt wurden. Dennoch argumentierte der Händler, dass es sich nicht um einen „schwerwiegenden Mangel“ handele, und bot lediglich eine Rückerstattung des ursprünglichen Kaufpreises von 155 australischen Dollar (etwa 95 Euro) an.
In einigen Fällen haben sich die Speicherpreise jedoch vervierfacht oder sind sogar noch stärker gestiegen, so auch bei diesen Corsair-Modulen. Da nur noch teurere Artikelnummern auf Lager sind, behauptet der Händler, es sei kein vergleichbarer Ersatz verfügbar.
Hardware Unboxed widerspricht Umarts Auslegung des Verbraucherschutzgesetzes vehement. Der Kanal vermutet, dass der Händler den Speicher von einem Distributor bezogen hat, der kein Partner von Corsair ist. Dies würde den RMA-Prozess (Reklamation) mit dem Hersteller verkomplizieren und den Händler hunderte Dollar kosten.
Der Kunde bleibt auf der Strecke
Hätte Goran die Riegel zurückbekommen, hätte er seinen Gaming-PC – wenn auch mit reduzierter Kapazität – weiterbetreiben können, da nur ein Modul defekt war. Doch der Shop hat den Speicher einbehalten, sodass dem Kunden kaum eine andere Wahl bleibt, als teuren Ersatz zu kaufen. Es ist möglich, dass der Laden das Kit bereits mit Gewinn weiterverkauft hat, um von der durch KI-Nachfrage befeuerten Knappheit zu profitieren.
Die Rolle von Corsair im DDR5-Fiasko
Obwohl Corsair nicht direkt für den schlechten Kundenservice verantwortlich ist, war das Unternehmen dem Gamer bisher keine große Hilfe. Zudem steht Corsair in der Kritik, da Bestellungen storniert und anschließend die Preise für den Vengeance DDR5-RAM angehoben wurden.
Mehrere Wochen vergingen, ohne dass Goran eine Antwort auf seine Anfrage erhielt. Hardware Unboxed arbeitet nun mit einem Corsair-Mitarbeiter zusammen, was hoffentlich zu einem positiven Ergebnis führen wird. Die meisten Händler mögen sich nicht wie Umart verhalten, doch viele Käufer sind nun besorgt über die Langlebigkeit ihres RAMs. Händler suchen aus Angst vor den Auswirkungen der hohen Speicherpreise nach jeder Alternative, um Verluste zu vermeiden.



















