Wer derzeit einen Gaming-PC zusammenstellen möchte, hat mit rekordverdächtig hohen Preisen für Arbeitsspeicher zu kämpfen. Einige Gamer müssen nun feststellen, dass selbst nach dem Zusammensparen des nötigen Budgets ihre Bestellungen gefährdet sind. So schildert ein Redditor detailliert, wie der Shop PC-Canada nach dem Kauf von DDR5 RAM plötzlich zusätzliche Zahlungen forderte.
Einzelhandels-Chaos durch Speicherknappheit
Wie VideoCardz berichtet, kaufte der Nutzer Super-Youth am 31. Dezember 32 GB Kingston Fury DDR5-6400-Speicher. Die Website zeigte den Artikel als verfügbar an und es gab keine Anzeichen für Probleme, bis PC-Canada den Käufer kontaktierte. Zu diesem Zeitpunkt fragte der Händler lediglich nach, ob vor dem Versand noch ein Netzteil zur Bestellung hinzugefügt werden solle.
Die weitaus überraschendere Forderung folgte kurz darauf, als der Shop dem Käufer ein Ultimatum stellte: Seit dem Kauf waren die Preise für DDR5 RAM im Shop weiter gestiegen, auch für die Kingston-Fury-Module. In einer E-Mail wurde nun ein höherer Gesamtbetrag verlangt – mit der Alternative, die Bestellung zu stornieren.
Im Gegensatz zu anderen Mitbewerbern lieferte PC Canada eine direkte Erklärung. Das Unternehmen führte die „Marktvolatilität und die Knappheit bei Komponenten, die durch den KI-Boom beeinflusst werden“, als Gründe an. Infolgedessen würden Hersteller ihre Preise oder Liefertermine ständig anpassen.
Diese Instabilität macht es Verkäufern unmöglich, Preise oder Lagerbestände für Arbeitsspeicher zu garantieren. Im Fall von Super-Youth führte dies dazu, dass er statt des ursprünglichen Betrags von 446,99 CA$ (etwa 276,69 Euro), 507,99 CA$ (etwa 314,45 Euro), zahlen musste.
Befindet sich PC-Canada in rechtlich heißem Wasser?
Wie erwartet sind der Käufer und die Mitglieder des Reddit-Forums, in dem der Vorfall diskutiert wird, empört. Normalerweise gelten Bestellungen als bindende Verträge, was den Verbrauchern Sicherheit gibt. Einige Händler vertreten jedoch den Standpunkt, dass eine Vereinbarung erst dann zustande kommt, wenn die Zahlung abgeschlossen ist und die Ware versandbereit gemacht wurde.
Auf ihrer Website weist PC-Canada Kunden zudem darauf hin, dass sich das Unternehmen das Recht vorbehält, Preise vor dem Versand zu ändern. Ungeachtet dessen haben andere Reddit-Nutzer dem Nutzer „Super-Youth“ geraten, eine kanadische Verbraucherschutzbehörde zu kontaktieren. Aktuell herrscht Unklarheit darüber, ob die Gesetze in der Provinz Ontario, in der der Gamer lebt, weniger streng ausgelegt werden.
Dieser spezielle Einzelhändler genießt ohnehin keinen besonders guten Ruf. Unter anderem gibt es Vorwürfe wegen sogenannter Lockvogelangebote. Doch selbst Branchenriesen wie Corsair sehen sich während der Speicherknappheit massiver Kritik ausgesetzt. Das Unternehmen annullierte kürzlich Bestellungen für Arbeitsspeicher und schob die Schuld auf einen Preisfehler. Zwar bot Corsair den betroffenen Kunden einen Rabattcode an, allerdings erst, nachdem die Preise für DDR5 RAM erhöht worden waren, wodurch die Ersparnis fast vollständig zunichte gemacht wurde.



















