Snap streicht 1.000 Jobs und macht KI verantwortlich

Snap hat im April 2026 rund 1.000 Vollzeitstellen gestrichen, was 16 % der weltweiten Belegschaft entspricht. Außerdem wurden mehr als 300 offene Stellen gestrichen, die nun nicht mehr besetzt werden. Durch diesen Schritt soll die jährlich anfallende Kostenbasis bis zur zweiten Hälfte des Jahres 2026 um mehr als 500 Millionen US-Dollar sinken.
Warum Snap Stellen abbaut
CEO Evan Spiegel erklärte in einem Memo an die Belegschaft, dass die Entlassungen im Zusammenhang mit Effizienzgewinnen durch KI stehen. Laut ihm hätten kleine Teams, die KI-Tools nutzen, bereits Fortschritte bei Snapchat+, der Leistung der Werbeplattform und der Infrastruktur erzielt. Inzwischen werde bei Snap mehr als 65 % des neuen Codes von KI generiert.
Die Umstrukturierung soll außerdem einen klareren Weg zur Profitabilität auf Basis des Nettogewinns schaffen. Snap hatte zuvor von einem „entscheidenden Wendepunkt“ gesprochen, da das Unternehmen zwischen finanzstarken Tech-Giganten und schnell agierenden Start-ups unter Druck stehe.
Der aktivistische Investor Irenic Capital Management, der einen Anteil von 2,5 % an Snap hält, hatte bereits vor der Ankündigung auf Kostensenkungen gedrängt. Laut dem jüngsten Geschäftsbericht beschäftigte Snap zum 31. Dezember 2025 insgesamt 5.261 Vollzeitmitarbeiter.
Abfindungen und Kosten
US-Mitarbeiter, die das Unternehmen verlassen müssen, erhalten laut einer Drittquelle – CNBC – vier Monate Abfindung, weiterhin Krankenversicherungsschutz, weiterlaufende Aktienansprüche sowie Unterstützung beim Übergang. Snap rechnet damit, dass sich die mit dem Stellenabbau verbundenen Kosten auf 95 bis 130 Millionen US-Dollar belaufen werden, wobei der Großteil im zweiten Quartal 2026 anfällt.
Was geschützt ist
Trotz der Einschnitte hält Snap an seiner Augmented-Reality-Brille namens Specs fest, die weiterhin noch in diesem Jahr auf den Markt kommen soll. Irenic Capital hatte Snap dazu gedrängt, die Specs-Sparte entweder abzuspalten oder einzustellen. In diese Einheit sind bereits 3,5 Milliarden US-Dollar investiert worden. Das Unternehmen scheint sie jedoch im Rahmen seiner langfristigen Strategie beibehalten zu wollen.
Die Snap-Aktie legte im vorbörslichen Handel nach der Ankündigung um mehr als 11 % zu. Das deutet darauf hin, dass Investoren die Umstrukturierung trotz des Umfangs der Stellenstreichungen positiv bewerten.








