Lenovo-Präsident warnt vor Speicherknappheit – Käufer sollen schnell zugreifen

Trotz steigender Speicherpreise bemühen sich viele Hersteller von Laptops, Desktop-PCs und Servern darum, eine weitere Verunsicherung der Käufer zu vermeiden. Ryan McCurdy, der nordamerikanische Präsident von Lenovo, findet dazu ungewöhnlich klare Worte. Er rechnet damit, dass die Kosten für Komponenten weiter steigen werden. Im Gespräch mit CRN betont der Manager, dass Partner ihre Käufe so früh wie möglich tätigen sollten.
Lenovos Ausblick auf die Speicherknappheit
McCurdy bestätigt, dass die Nachfrage nach KI-Serverinfrastruktur ungebrochen ist. Entsprechend rät Lenovo seinen Kunden zu sofortigem Handeln. Gegenüber CRN erklärt er, dass die aktuellen Preise das niedrigste Niveau darstellen, das in den kommenden sechs bis zwölf Monaten zu erwarten sei.
Leider müssen Käufer immer wieder feststellen, dass angebotene Preise kaum zwölf Stunden Bestand haben. Ein Systemintegrator berichtete gegenüber CRN, dass neben den Kosten vor allem die Verfügbarkeit ein Problem sei. Sein Unternehmen habe versucht, eine größere Menge GPU-beschleunigter Server von Dell zu sichern, welche allerdings noch am selben Tag komplett ausverkauft waren.

Auch andere Großkunden, darunter Organisationen und Schulen, schaffen es kaum, rechtzeitig zu bestellen. Zwar würden Aufträge idealerweise sofort finalisiert, in der Praxis zieht sich der Prozess jedoch oft über mehrere Wochen. Infolgedessen kaufen Lenovo-Partner weniger Geräte oder weichen auf weniger attraktive Alternativen aus.
Warum sind nicht alle Laptops betroffen?
Auch kleinere Kunden bekommen die Speicherknappheit beim Kauf von Laptops oder Desktop-PCs zunehmend zu spüren. Ryan McCurdy zeigt sich dennoch zuversichtlich, dass Vereinbarungen mit Zulieferern Lenovo in eine „bessere Ausgangsposition als viele Wettbewerber“ versetzen. Gleichzeitig gelten DRAM-Hersteller wie Samsung und SK Hynix als zurückhaltend, wenn es um langfristige Verträge zu moderaten Konditionen geht.
In vielen Fällen sind Notebooks großer Hersteller derzeit noch nicht teurer als vor einigen Monaten. Das dürfte sich jedoch ändern, sobald die Komponentenlager weiter schrumpfen. Käufer müssen dann wahrscheinlich mit weniger Rabatten auskommen. Zudem dürften Laptop-Angebote deutlich schneller auslaufen als bislang gewohnt.
Der Bau eines eigenen PCs innerhalb eines festen Budgets ist oft noch schwieriger. Früher oder später werden auch Komplettsysteme die höheren Speicherpreise sowie die gestiegenen Kosten für GPUs von Nvidia oder SSDs widerspiegeln.












