Speicherknappheit hält an: MSI will Preise für Gaming-Laptops und GPUs um bis zu 30 % erhöhen

Einen PC zu bauen oder zu kaufen ist für viele Gamer inzwischen kaum noch bezahlbar. Wie die taiwanische Economic Daily News berichtet, gibt es nun abermals schlechte Neuigkeiten von einem Hersteller. Als Reaktion auf die Speicherknappheit plant MSI, die Preise für Gaming-Laptops und GPUs um 15 bis 30 Prozent anzuheben. Gleichzeitig will das Unternehmen höherpreisige Produkte stärker in den Fokus rücken und die Produktion von KI-Servern ausbauen.
Große Preiserhöhungen bei MSI
Mitgründer und Manager Huang Jinqing informierte Investoren bei einem aktuellen Briefing über die Lage. Von den hohen Speicherpreisen könnten auch vorkonfigurierte Gaming-Desktops und Handhelds betroffen sein. Jinqing räumte ein, dass die Knappheit bei Komponenten spürbare Folgen hat, und prognostizierte, dass der PC-Markt 2026 um 10 bis 20 Prozent schrumpfen könnte.
Die taiwanische Nachrichtenseite berichtet zudem, dass MSI nur noch über einen „für 1 bis 2 Monate gesicherten Speicherbestand“ verfügt. DRAM-Zulieferer wie Samsung und SK Hynix seien zurückhaltend, wenn es um längerfristige Zusagen gehe. Trotz dieser schwierigen Lage geht das Unternehmen davon aus, die zusätzlichen Kosten durch höhere Preise bei Gaming-Laptops und GPUs ausgleichen zu können.
Diese Strategie zeigt sich besonders deutlich im Umgang mit dem Grafikkartenmarkt. Während Nvidia angesichts des Booms bei KI-Rechenzentren weniger Chips an Partner ausliefert, rechnet MSI damit, insgesamt weniger Blackwell-Grafikkarten zu verkaufen – sich dabei aber stärker auf die profitableren Premium-Modelle zu konzentrieren.
Günstige GPUs in Gefahr?
Käufer sind bereits schockiert, dass Optionen wie Nvidia GeForce RTX 5070, Nvidia GeForce RTX 5080 und Nvidia GeForce RTX 5090 zu Rekordpreisen angeboten werden. Diese Modelle könnten noch teurer werden, da Hersteller versuchen, ihre Gewinnmargen weiter zu erhöhen. Selbst die aktuell weit verbreitete Nvidia GeForce RTX 5050 könnte gefährdet sein, da sie für Hersteller vergleichsweise wenig Gewinn abwirft.
Das Unternehmen plant außerdem, wieder verstärkt Mainboards mit Unterstützung für DDR4 auf den Markt zu bringen. Zwar sind auch ältere Speichermodule von der aktuellen Knappheit betroffen, bleiben aber günstiger als DDR5-RAM. Für Gamer könnte das bedeuten, bei modernen Gaming-Laptops und -Desktops Abstriche bei der Leistung hinnehmen zu müssen.
Bisher hatte MSI mit seinen MAG-Monitoren und Mainboards gezielt auch preisbewusste Gamer angesprochen. Nun richtet sich der Fokus stärker auf Enthusiasten und Unternehmenskunden, um vom Boom bei KI-Servern zu profitieren. Selbst wenn die Gaming-PC-Branche schrumpft, rechnet das Unternehmen in den kommenden drei bis fünf Jahren mit einem jährlichen Wachstum von 50 bis 100 Prozent.











