Angesichts des akuten Speichermangels gerät die Lieferkette für Grafikkarten zunehmend ins Wanken. Die neuesten Warnsignale kommen von einem deutschen Einzelhändler, der viele Nvidia-GPUs nicht mehr beziehen kann. Auf Reddit berichtet der Nutzer Gb2753, dass ein Distributor strenge Abgabemengen für die RTX 5070 vorschreibt. Noch kritischer ist, dass High-End-Karten der RTX-50-Serie derzeit überhaupt nicht verfügbar sind.
Der Lieferant des Händlers überbrachte diese schlechte Nachricht in einer E-Mail. Aufgrund der schwierigen Marktbedingungen kann Gb2753 jeweils nur fünf RTX-5070-GPUs auf einmal bestellen. In der Zwischenzeit muss sich der Händler nach anderen Quellen für die RTX 5070 Ti, RTX 5080 und RTX 5090 umsehen. Auch Amazon Business hat Mühe, einen stetigen Nachschub an Blackwell-Karten für Shops bereitzustellen.
Die Ernsthaftigkeit der Lage zeigt sich darin, dass der Distributor bestehende Bestellungen storniert hat. Lediglich eine Warenlieferung im Wert von 20.000 Euro, die bereits für RTX-5070-GPUs ausgegeben wurde, wurde bisher fest zugesagt und gilt vorerst als gesichert. Selbst wenn andere Verkäufer Lagerbestände finden, ist es wahrscheinlich, dass sie deutlich höhere Preise zahlen müssen. Ein aktuelles Gerücht besagt sogar, dass einige RTX-5090-Modelle in den USA die $5.000-Marke erreichen könnten.
Käufer beobachten bereits, dass Händler in anderen Ländern wie Japan den Verkauf der RTX-50-Serie einschränken. Da KI-Rechenzentren die Vorräte an DRAM massiv beanspruchen, sind vor allem günstigere Modelle mit 16 GB GDDR7-RAM gefährdet. Große Hersteller wie SK Hynix priorisieren Speichermodule für Endverbraucherprodukte nicht mehr.
Nvidia verliert den Fokus auf Endverbraucher
Nvidia scheint seinen Fokus zunehmend auf KI-Chips zu verlagern – auf Kosten der Gamer. Ein aktueller Bericht enthüllte, dass das Unternehmen die Produktion der Blackwell-Grafikkarten Anfang 2026 möglicherweise um bis zu 40 Prozent drosseln könnte. Erschwerend kommt hinzu, dass Nvidia angeblich damit begonnen haben soll, GPU-Dies ohne montierten VRAM an Partner auszuliefern.
Angesichts der hohen Speicherpreise fällt es Gamern zunehmend schwer, ihre PC-Konfigurationen fertigzustellen. Ursprünglich stand der DDR5-Arbeitsspeicher im Fokus der Kritik, doch nun steigen auch die Kosten für Festplattenspeicher. Vor dem KI-Boom waren Mittelklasse- und High-End-Grafikkarten die teuersten Komponenten. Wenn nun noch mehr Distributoren die GPU-Lieferungen einstellen, wird sich die Krise weiter zuspitzen.
















