Goldgrube: Japanischer Toilettenhersteller könnte stark von Speicherknappheit profitieren

Angesichts des jüngsten KI-Booms, der nahezu jeden denkbaren Bereich der Halbleiter-Lieferkette durcheinandergewirbelt hat, sind Investoren ständig auf der Suche nach neuen Branchen, die zum „nächsten großen Ding“ werden könnten. Palliser Capital (H/T Financial Times) hat einen solchen Akteur an einem eher unerwarteten Ort ausgemacht. TOTO Ltd., ein japanisches Unternehmen für Premium-Toiletten, sitzt offenbar auf einer regelrechten Goldgrube.
Keramik kann mithilfe von Totos sogenannter „Chuck“-Technologie extrem niedrigen Temperaturen standhalten. Dadurch eignet sich das Material ideal für das kryogene Ätzen von Silizium-Wafern. Dabei handelt es sich um einen zentralen Schritt bei der Herstellung von NAND-Speicherchips, da sich damit besonders tiefe Rillen beziehungsweise vertikale Strukturen in Silizium-Wafern erzeugen lassen. Logikprozesse – wie sie etwa von TSMC zur Fertigung von CPUs und GPUs eingesetzt werden – basieren in der Regel noch auf dem älteren Bosch-Verfahren. Mit dem Aufkommen neuer Technologien wie CFET könnte jedoch künftig auch ein kryogener Ansatz erforderlich werden.
Laut Palliser Capital verfügt Toto über einen Wettbewerbsvorteil von mindestens fünf Jahren und könnte von der anhaltenden Speicherknappheit profitieren. Keramiken finden in der Halbleiterfertigung und im Packaging bereits vielfältige Anwendungen – unter anderem aufgrund ihrer hohen Wärmeleitfähigkeit, elektrischen Isolationseigenschaften, chemischen Stabilität und mechanischen Festigkeit.
Quelle(n)
Financial Times (kostenpflichtig)







