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Speicherkrise 2026: Mehr RAM treibt Smartphone-Preise nach oben

Samsung Galaxy S26: Das neue S26 kann bei Samsung mit 12/512 GB Speicher für 999 Euro vorbestellt werden (Bild: Samsung).
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Samsung Galaxy S26: Das neue S26 kann bei Samsung mit 12/512 GB Speicher für 999 Euro vorbestellt werden (Bild: Samsung).
So viel Arbeitsspeicher gab es in Smartphones noch nie. 2025 lag der weltweite Durchschnitt bei 8,4 GByte RAM, ein Jahr zuvor waren es 7,4 GB. Auf dem Papier ist das ein klarer Fortschritt. In der Praxis zeigt sich jedoch eine andere Entwicklung. Laut aktuellen Marktdaten zwingen steigende Speicherpreise die Hersteller, an anderer Stelle zu sparen oder die Preise zu erhöhen.

Speicher ist laut einer Analyse der Marktexperten von Counterpoint Research längst zu einem der teuersten Bauteile bei Elektronik geworden. Wie Counterpoint berichtet, entfallen in aktuellen Smartphone-Flaggschiffen inzwischen mehr als 20 Prozent der Materialkosten auf RAM und Flash. Selbst bei Apple ist der Anteil spürbar gestiegen. Beim iPhone 17 Pro Max liegt er im zweistelligen Prozentbereich, während er beim iPhone 12 Pro Max im Jahr 2020 noch bei rund acht Prozent lag. Hersteller müssen reagieren. Und sie tun es zunehmend indirekt.

Samsung liefert dafür ein anschauliches Beispiel. Beim Galaxy S26 entfällt die frühere 128-GB-Basisversion, wodurch der Einstiegspreis auf 899 Dollar klettert. In Deutschland kostet das Galaxy S26 bei Samsung mit 12/256 GB im Shop 999 Euro. Aktuell ist das S26 mit 512 GB zum gleichen Preis zu haben (Speicherupgrade im Wert von 200 €). Offiziell bleibt die Preisstruktur unangetastet, tatsächlich verschiebt sich die Kalkulation jedoch in Richtung höherer Margen. Besonders das Plus-Modell wird teurer und übernimmt einen großen Teil dieses Ausgleichs, während das Ultra preislich stabil bleibt und als Referenz im Premiumsegment fungiert.

Global Average Smartphone DRAM by Price Band, Brand and Region, Dec 2024 vs Dec 2025 (Grafik: Counterpoint Research).
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Global Average Smartphone DRAM by Price Band, Brand and Region, Dec 2024 vs Dec 2025 (Grafik: Counterpoint Research).

Parallel dazu wächst der Arbeitsspeicher in teuren Geräten weiter. Im Segment oberhalb von 600 Dollar liegt der Durchschnitt inzwischen bei etwa 11 GB, und 12 GB entwickeln sich zum neuen Standard. Der Grund ist weniger Marketing als vielmehr Technik: Lokale KI-Funktionen, große Sprachmodelle und intensives Multitasking benötigen mehr Speicher. Apple erhöhte mit der iPhone-17-Pro-Generation den Durchschnitt auf nahezu 10 GB und bereitet seine Geräte damit auf Apple Intelligence vor, die direkt auf dem Smartphone laufen soll. Huawei geht noch weiter und stattet viele Flaggschiffe mit 12 bis 16 GB RAM aus, nicht zuletzt im Wettbewerb um Marktanteile in China.

Weniger positiv fällt die Entwicklung im Einstiegs- und mittleren Preissegment aus. Dort lassen sich steigende Speicherpreise kaum an Kunden weitergeben. Gleichzeitig bleiben ältere DRAM-Generationen knapp, günstige Alternativen fehlen. Die Folgen zeigen sich bereits: abgespeckte Kameras, einfachere Displays und in manchen Fällen sogar geringere RAM-Ausstattung als beim Vorgänger. Fortschritt findet vor allem im Premiumbereich statt, während günstige Modelle zunehmend unter Kostendruck geraten.

Für Käufer bedeutet das eine paradoxe Situation. High-End-Smartphones werden leistungsfähiger und besser auf KI-Funktionen vorbereitet. Wer jedoch im unteren Preisbereich sucht, muss sich darauf einstellen, dass technische Sprünge kleiner ausfallen oder ganz ausbleiben. Mehr Gigabyte sind also Realität, aber nicht für alle.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-03 > Speicherkrise 2026: Mehr RAM treibt Smartphone-Preise nach oben
Autor: Ronald Matta,  2.03.2026 (Update:  2.03.2026)