Super Mario Galaxy-Film: Promo-Webseite nutzt offenbar generative KI – obwohl Nintendo diese sonst ablehnt

Zum Kinostart von Der Super Mario Galaxy Film am 1. April dürften Zuschauer eigentlich nicht mit generativer KI konfrontiert werden. Zwar lehnen Nintendo und Illumination den kreativen Einsatz solcher Werkzeuge ab, doch offenbar ziehen nicht alle Partner an einem Strang. Auf einer von General Mills betriebenen Webseite zur Filmwerbung tauchen mehrere auffällige Bilder auf, die den Unmut des Gaming-Konzerns auf sich ziehen könnten.
Hinweise auf den Einsatz von KI bei General Mills
Wie TheGamer berichtet, basiert der Fund auf einem Social-Media-Beitrag von caroliner_draws. Auf der Website itsgalaxytime sind zwei Fotos zu sehen, die ein Wohnzimmer mit Mario- und Yoshi-Dekoration zeigen. Unter den dargestellten Objekten befindet sich auch ein Filmplakat, dessen Gestaltung bei genauerem Hinsehen keinen schlüssigen Sinn ergibt.
Ein weiteres deutliches Indiz für den Einsatz generativer KI ist der verzerrte Text auf dem Couchtisch. Zudem wirken die in der zweiten Aufnahme gezeigten Mario-Mützen unnatürlich. Besonders brisant: Ein Leser entdeckte in der unteren rechten Ecke des Bildes das Google-Gemini-Symbol.
Wichtig ist dabei, dass General Mills nicht direkt an der Produktion von Der Super Mario Galaxy Film beteiligt ist. Stattdessen vertreibt das Unternehmen limitierte Cerealien, Snacks und sogar Keksteig mit passendem Filmmotiv. Ungeachtet dessen hat sich Illumination-CEO Chris Meledandri klar dagegen ausgesprochen, dass generative KI menschliche Animatorinnen und Animatoren ersetzt.
Nintendos Haltung zu generativer KI
Auch die Entwickler von Nintendo-Spielen haben entsprechende Werkzeuge bislang nicht übernommen – anders als einige Wettbewerber. Firmenpräsident Shuntaro Furukawa betont, dass maschinelles Lernen die Arbeit talentierter Kreativer nicht nachbilden könne. Zudem zeigt sich Nintendo besonders schützend gegenüber seinen Marken, was zusätzliche urheberrechtliche Bedenken mit sich bringt. Auch Mario- und Zelda-Schöpfer Shigeru Miyamoto steht Branchentrends in diesem Bereich eher zurückhaltend gegenüber.
Erst kürzlich sah sich Nintendo mit Vorwürfen konfrontiert, beim Marketing der My Mario-Spielzeuge KI eingesetzt zu haben. Auslöser war ein ungewöhnlich positionierter Daumen auf einem Werbebild. Das Model beendete die Spekulationen schließlich selbst, indem es bestätigte, tatsächlich beim Fotoshooting vor Ort gewesen zu sein.
Im Fall der General-Mills-Webseite wirken die Hinweise deutlich überzeugender. Obwohl es sich um einen Drittanbieter handelt, der den Super Mario Galaxy-Film bewirbt, fordern Fans nun, dass Nintendo und Illumination offiziell Stellung beziehen.












