Ex-Samsung-Manager sagt, chinesischer DRAM könnte Engpass beenden

Khe-Hyun Kyung, derzeitiger Senior Advisor bei Samsung und ehemaliger Leiter der Samsung-Device-Solutions-Sparte (DS), geht davon aus, dass der Ausbau der chinesischen DRAM-Produktionskapazitäten die RAM-Preise innerhalb eines Jahres deutlich sinken lassen könnte – beginnend etwa in der zweiten Hälfte des Jahres 2027 oder Anfang 2028. Diese Einschätzung äußerte er auf dem 285. NAEK-Forum der National Academy of Engineering in Korea. Dabei betonte er, dass Südkorea nahezu 70 Prozent des DRAM-Marktes kontrolliert und sich die Hersteller entsprechend vorbereiten müssten.
Als Lösung schlägt Kyung vor, dass sich Südkorea stärker auf fabless Systemhalbleiter und souveräne KI konzentrieren sollte. Seiner Ansicht nach sei es für Korea schwierig, gleichzeitig mit den USA und China sowohl im Hardware- als auch im Softwarebereich zu konkurrieren. Zudem müsse das Land „ernsthaft darüber nachdenken, wie KI eingesetzt werden soll“.
Für Verbraucher sind das zunächst gute Nachrichten. Zwar ist unklar, ob in China produzierter Arbeitsspeicher in absehbarer Zeit in den USA zugelassen wird, doch allein Chinas Fähigkeit zur Eigenproduktion würde weltweit große Mengen an Speicher für andere Märkte freimachen. Kyung schätzt, dass die chinesische Produktionskapazität in der zweiten Jahreshälfte 2027 auf bis zu sechs Millionen Wafer pro Monat steigen könnte. Gleichzeitig warnt er jedoch davor, dass Investitionen in die Produktion zurückgehen könnten, falls Unternehmen sinkende Renditen bei KI-Investitionen erwarten.
Unabhängig davon wirkt die Aussicht auf ein mögliches Ende der aktuellen DRAM-Knappheit, die den weltweiten PC-Markt belastet, äußerst vielversprechend. Eine höhere Produktion aus China dürfte dem Gesamtmarkt zugutekommen, da die derzeitige Angebotsknappheit im Wesentlichen nur drei Unternehmen stärkt: SK Hynix und Samsung aus Südkorea sowie Micron aus den USA.
Frühere Prognosen gingen davon aus, dass die DRAM-Krise erst um 2030 oder sogar 2035 enden könnte. Sollten die Preise dank eines massiven chinesischen Produktionsausbaus bereits bis 2028 sinken, wäre das ein großer Vorteil für Verbraucher und Unternehmen gleichermaßen. Während große Tech- und KI-Konzerne mit der aktuellen Situation vergleichsweise gut zurechtkommen, geraten viele kleinere Unternehmen aus dem Bereich Unterhaltungselektronik zunehmend unter Druck oder müssen sogar schließen. Langfristig könnte sich das negativ auf Verbraucher auswirken – insbesondere dann, wenn die Knappheit tatsächlich bis in die 2030er-Jahre anhält.









