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Schlimmer als die Finanzkrise 2008: PC- und Laptop-Markt bricht massiv ein, Mainboard-Hersteller senken Lieferziele

Neben Motherboards hat Asus Berichten zufolge auch einen Rückgang bei den GPU-Lieferungen zu verzeichnen (Im Bild: die Asus RTX 5050).
ⓘ Asus/Pixabay
Neben Motherboards hat Asus Berichten zufolge auch einen Rückgang bei den GPU-Lieferungen zu verzeichnen (Im Bild: die Asus RTX 5050).
Der Markt für Consumer-PCs und Laptops steckt derzeit in einer tiefen Krise. Ein neuer Bericht aus Taiwan zeigt, dass große Mainboard-Hersteller wie Asus und MSI ihre Lieferziele für 2026 deutlich nach unten korrigiert haben. Hintergrund seien laut Bericht die sich weiter verschlechternde Situation bei RAM- und CPU-Lieferungen sowie steigende Preise, die den Consumer-Tech-Markt massiv unter Druck setzen.

Wir haben bereits zuvor über rückläufige CPU-Verkäufe berichtet, die den Consumer-Markt für DIY-PCs belasten. Die Situation scheint jedoch noch deutlich schlimmer zu sein als bisher angenommen. Das taiwanische Portal DigiTimes berichtet, dass große Mainboard-Hersteller wie Asus, MSI, Gigabyte und ASRock ihre Lieferziele für Mainboards im Jahr 2026 nach unten korrigiert haben. Diese Anpassung gilt als Reaktion auf den erwarteten Einbruch der Nachfrage nach Laptops und DIY-PCs infolge eines massiven Mangels an CPUs und RAM.

Laut DigiTimes soll Asus sich dabei auf einen stärkeren Rückgang der Mainboard-Auslieferungen einstellen als während der Finanzkrise 2008 und dem ersten Jahr der COVID-Pandemie. Unter Berufung auf Quellen aus der Lieferkette heißt es, dass Asus 2026 nur noch 10 Millionen Mainboards ausliefern wolle – verglichen mit 15 Millionen im Jahr 2025. Auch Gigabyte, MSI und ASRock rechnen offenbar mit einem massiven Nachfragerückgang und haben ihre Ziele entsprechend angepasst:

  • Gigabyte: 8 bis 8,5 Millionen (2026) statt 11 Millionen (2025)
  • MSI: 8,4 Millionen (2026) statt 11 Millionen (2025)
  • ASRock: 2,7 Millionen (2026) statt 4,3 Millionen (2025)

Ein Teil dieses starken Rückgangs bei den Mainboard-Auslieferungen liegt offenbar daran, dass Gamer derzeit kaum Gründe haben, ihre PCs aufzurüsten. Nvidia und AMD planen Berichten zufolge keine neuen GPU-Generationen vor 2028. Hinzu kommt, dass die aktuelle Generation aus GeForce-RTX-50- und Radeon-RX-9000-Grafikkarten teurer geworden ist. Die RTX 5070 startete Anfang 2025 beispielsweise noch mit einem Preis von 619 Euro, wird inzwischen auf Amazon aber bereits für 689 Euro verkauft (derzeit mit 16 % Rabatt für 579 Euro erhältlich). Dasselbe gilt für die RX 9070.

Angesichts fehlender günstiger RAM-Module, Speicherlösungen, CPUs und neuer GPUs überrascht es daher kaum, dass viele Spieler ihre PC-Upgrades oder den Kauf eines Gaming-Laptops aufschieben.

Darüber hinaus dürfte sich der Trend verstärken, dass Käufer High-End-Laptops meiden und zu günstigeren Alternativen greifen. Ein möglicher Hinweis darauf ist die Verkaufsperformance des MacBook Neo, das derzeit das meistverkaufte Laptop-Modell auf Amazon US ist.

Leider scheinen weder Speicherhersteller noch AMD, Intel oder Nvidia großes Interesse daran zu haben, die Situation schnell zu entschärfen. Der AI-Markt boomt und sorgt bei diesen Unternehmen derzeit für enorme Einnahmen. Selbst Asus, ASRock und Gigabyte leiden offenbar kaum unter dem schwachen Mainboard-Geschäft, da der Verkauf von AI-Servern laut Berichten inzwischen die wichtigste Einnahmequelle dieser Firmen darstellt. DigiTimes zufolge soll Asus im ersten Quartal 2026 sogar ein Server-Umsatzwachstum von 100 Prozent gegenüber dem Vorquartal erzielen.

Was können Verbraucher tun?

Die beste Empfehlung scheint derzeit zu sein, bestehende Geräte weiter zu nutzen, solange kein Upgrade wirklich notwendig ist. Wer dennoch aufrüsten muss, sollte gezielt nach Angeboten und Rabatten Ausschau halten. Zwar gibt es weniger gute Deals als noch 2025, dennoch lassen sich bei Laptops, PC-Komponenten und ähnlicher Hardware weiterhin attraktive Angebote finden.

Für Gamer bleiben Spielkonsolen trotz wiederholter Preiserhöhungen offenbar weiterhin die Gaming-Geräte mit dem besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Quelle(n)

DigiTimes über Dan Nystd auf X, Bildquelle: Asus, Pixabay, bearbeitet

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-05 > Schlimmer als die Finanzkrise 2008: PC- und Laptop-Markt bricht massiv ein, Mainboard-Hersteller senken Lieferziele
Autor: Fawad Murtaza,  7.05.2026 (Update:  7.05.2026)