Mit dem MacBook Neo (ca. 589 Euro auf Amazon) dringt Apple in den Markt für günstige Mittelklasse-Laptops vor. Wie unser ausführlicher Test zeigt, kann sich Apple mit einem hellen Display, einem geräuschlosen Betrieb, mit guten Lautsprechern und mit einem erstklassigen Trackpad von den meisten ähnlich günstigen Konkurrenten absetzen. Mit nur 8 GB Arbeitsspeicher, einer sehr mageren Anschluss-Auswahl und der fehlenden Tastaturbeleuchtung macht das MacBook Neo aber auch große Kompromisse, um diesen Preis zu ermöglichen.
Microsoft will Kunden nun davon überzeugen, dass Windows-Laptops nach wie vor ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis als das MacBook Neo bieten. Zu diesem Zweck hat Microsoft bei Signal65 eine Studie in Auftrag gegeben und bezahlt, welche das MacBook Neo mit dem Lenovo IdeaPad Slim 3x, mit dem HP OmniBook 5, mit dem Lenovo Yoga 7i und mit dem HP OmniBook X Flip vergleicht. Diese Laptop-Auswahl ist kurios, denn mit 15,3 bis 16 Zoll Displays sind alle vier Geräte wesentlich größer als das 13 Zoll MacBook Neo – und das, obwohl es interessante, ähnlich kompakte Alternativen geben würde.
Windows-Laptops sollen mehr Leistung bieten
Im Vergleich konzentriert sich Signal65 vor allem auf zwei Metriken – Leistung und Akkulaufzeit. So soll beispielsweise das Lenovo IdeaPad Slim 3x durch den Snapdragon X eine 90 Prozent höhere CPU-Performance und eine 56 Prozent längere Akkulaufzeit erzielen, das OmniBook 5 mit AMD Ryzen AI 7 350 soll bis zu 92 Prozent schneller sein und eine 12 Prozent längere Laufzeit erreichen.
Dass der Apple A18 Pro mit 8 GB RAM ein Performance-Kompromiss ist, hat unser Test zwar bestätigt, bei Alltagsaufgaben zeigt sich das MacBook Neo aber flott. Der winzige 36,5 Wh Akku stellt keine Laufzeit-Rekorde auf, mit fast 13 Stunden beim Surfen im Web ist die Laufzeit aber passabel – und kann dank der sehr hohen Effizienz durch eine Powerbank verlängert werden.
Microsoft bezahlt für Cherry Picking
Dass vergleichbar teure Windows-Laptops Vorzüge bieten, ist nicht von der Hand zu weisen. Die Studie von Signal65 lässt Fakten, die nicht zum von Microsoft gewünschten Ergebnis passen, aber einfach weg. Beispielsweise besitzen die meisten der genannten Windows-Laptops Displays, die nur eine Helligkeit von 300 Nits und eine 62,5-prozentige Darstellung des sRGB-Farbraums erreichen, statt 500 Nits und 100 Prozent wie beim MacBook Neo.
Verarbeitung, Lüfterlärm, Lautsprecher-Qualität, Tastatur und Trackpad sind wichtige Faktoren bei der Wahl eines Laptops, aber da das MacBook Neo in diesen Bereichen gut abschneiden würde, werden diese Bereiche einfach nicht angesprochen. Vor dem Kauf eines Laptops empfiehlt sich daher wie gehabt, unabhängige Tests zu lesen, statt gesponserte Studien.











