Phison-CEO warnt: Viele Elektronikhersteller könnten wegen KI-bedingter Engpässe dieses Jahr pleitegehen

In einem aktuellen Interview der ChenTalkShow zeichnete Phison-CEO Chien-Cheng Pan ein düsteres Bild für die Unterhaltungselektronik-Branche. Die Ursache sind massive Engpässe, die durch die beispiellose Nachfrage nach KI-Hardware entstanden sind.
Pan betont zunächst, dass vor allem die Knappheit bei RAM und NAND-Speicher in den kommenden Jahren zu gravierenden Problemen für viele Hersteller führen werde. Bei unveränderten Produktionskapazitäten könnten diese beiden Komponenten bis 2030 oder sogar 2035 knapp bleiben. Hinzu kommt, dass Auftragsfertiger mittlerweile Vorauszahlungen für drei Jahre verlangen – eine Hürde, die für manche Unternehmen kaum zu bewältigen ist.
Kleine und mittelständische Firmen könnten daher gezwungen sein, ganze Produktlinien einzustellen oder den Betrieb komplett aufzugeben, da sie die restriktiven Zahlungsbedingungen der Foundries nicht erfüllen können. Für die Smartphone-Branche wird in diesem Jahr ein Rückgang von 200 bis 250 Millionen Geräten erwartet, während PC- und TV-Hersteller in geringerem Maße betroffen sein dürften. Smartphones trifft es besonders hart, da RAM und Speicher mehr als 20 Prozent der Materialkosten ausmachen. Im Server- und Rechenzentrumsmarkt ist die Lage deutlich entspannter, da Speicher und Massenspeicher dort nur rund 5 bis 6 Prozent der Gesamtkosten ausmachen.
Selbst günstiger eMMC-Speicher, der früher für etwa 1,50 US-Dollar pro 8-GB-Chip erhältlich war, ist mittlerweile stark gefragt. Die Preise liegen inzwischen bei über 20 US-Dollar – in der Automobilindustrie sogar nahe 30 US-Dollar für die gleiche Kapazität.
Pan warnt zudem, dass sich die Situation weiter zuspitzen könnte, sobald Nvidia mit der Massenproduktion der geplanten 10 Millionen Vera-Rubin-Einheiten beginnt. Jede Vera-Rubin-Platine benötigt über 20 TB SSD-Speicher und bis zu 576 GB RAM. Während der RAM-Markt bereits angespannt ist, dürfte nun auch der SSD-Markt deutliche Preissteigerungen erleben. Allein die Nachfrage für 10 Millionen Vera-Rubin-Einheiten würde rund 20 Prozent der weltweiten NAND-Produktionskapazität für das Jahr 2026 beanspruchen.
Als Gegenmaßnahme schlägt Phison eine Middleware-Lösung namens aiDAPTIV+ vor, um den stetig wachsenden, KI-getriebenen Bedarf an DRAM- und NAND-Speicher zu entschärfen. Die Technologie kombiniert eine minimale DRAM-Ausstattung mit spezialisiertem Flash-Speicher. Teurer HBM- und GDDR-Speicher wird dabei teilweise auf kostengünstigeren Flash ausgelagert, wodurch der Bedarf an zahlreichen energieintensiven und teuren GPU-Karten sinkt. Die optimierte Middleware kann den GPU-Speicher mithilfe von aiDAPTIVCache um zusätzliche 320 GB (für PCs) beziehungsweise bis zu 8 TB (für Workstations und Server) erweitern.

Quelle(n)
Via Videocardz / @QQ_Timmy











