Nach RAM jetzt auch HDDs: Festplatten eventuell bald Mangelware

Während die enorme Nachfrage aus der KI-Branche die Arbeitsspeicherpreise immer weiter steigen lässt, sind nun offenbar auf Festplatten betroffen. Western Digital hat im aktuellen Quartalsgespräch bestätigt: Die Festplatten-Produktion für 2026 ist praktisch ausverkauft. Große Cloud-Anbieter haben sich riesige Speichermengen gesichert – teilweise sogar bis 2028.
Der Hauptgrund ist auch hier der KI-Boom. Moderne KI-Systeme wie Chatbots oder Bildgeneratoren sind für ihr Training auf enorme Datenmengen angewiesen. Diese Daten müssen gespeichert werden – und zwar nicht in Terabyte-, sondern in Exabyte-Größenordnungen (ein Exabyte entspricht einer Milliarde Gigabyte bzw. einer Million Terabyte). Hier kommen klassische HDD-Festplatten ins Spiel. Zwar sind SSDs schneller, bei gleicher Speichermenge aber auch deutlich teurer. Für riesige Datenspeicher in Rechenzentren zählen vor allem die Kosten – deshalb setzen Cloud- und KI-Anbieter weiterhin massiv auf große HDDs.
Was bedeutet das für Verbraucher?
Laut Western Digital haben die sieben größten Kunden feste Bestellungen abgegeben. Zusätzlich gibt es langfristige Lieferverträge für 2027 und 2028. Das bedeutet: Ein großer Teil der Produktion geht direkt an sogenannte Hyperscaler – also Betreiber riesiger Rechenzentren. Für den normalen Handel bleibt entsprechend weniger übrig.
Der Consumer-Markt macht inzwischen nur noch einen kleinen Teil des Geschäfts aus. Wenn Unternehmen große Mengen im Voraus reservieren, können die Preise für große Festplatten steigen, bestimmte Modelle schlechter verfügbar sind. Eine schnelle Entspannung ist derzeit nicht in Sicht – denn der Ausbau der KI-Infrastruktur läuft weltweit weiter.
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Bildquelle: rohitdarbari/adobe Stock






