Die Preissteigerungen machen auch vor dem Smart Home nicht Halt

Was lange Zeit kaum denkbar war, wird nun Alltag in der Technik-Industrie: Produkte, die bereits mehrere Jahre auf dem Markt sind, erfahren wieder Preissteigerungen und werden teils zu Preisen über der unverbindlichen Preisempfehlung verkauft. Dieser Trend lässt sich auch im Bereich des Smart-Home nicht leugnen, eine Preissteigerung um mehr als 100 Prozent ist hier keine Seltenheit.
Grund für diese Entwicklung ist die anhaltende Chipkrise und ein Mangel an Arbeitsspeicher, ausgelöst unter anderem durch den KI-Boom und die zunehmende Spezialisierung der Chip-Hersteller auf lukrativere Server-Hardware, statt auf Consumer-Hardware. Auch Notebookcheck berichtete kürzlich über die gestiegenen Preise für DRAM, Speichermedien und Co., die sich auch auf Smartphones, Notebooks oder Konsolen auswirken. Die österreichische Tageszeitung "Der Standard" titelte kürzlich gar, dass ein GB Arbeitsspeicher wieder so viel koste wie vor 16 Jahren.

Exemplarische Preissteigerungen anhand ausgewählter Geräte
Doch genug der theoretischen Auseinandersetzung mit dem Thema. Innerhalb der Smart-Home-Sparte machen sich die Preiserhöhungen besonders stark bei den Zentralen bemerkbar, also dem Herzstück eines jeden Smart Homes. Der Grund dafür ist recht simpel: Während einfache Aktoren und Sensoren nur wenig Rechenleistung benötigen, um ihre Funktion zu erfüllen, benötigt die Zentrale deutlich leistungsfähigere Hardware. Nicht nur laufen hier alle smarten Geräte zusammen, auch muss eine Verwaltungsoberfläche (meist als Webinterface) für den Nutzer zur Steuerung bereitgestellt werden.
Der seit September 2023 einzig offizielle Hub für das beliebte System Home Assistant, der HA Green, wurde beispielsweise ursprünglich mit einer UVP von 99 USD veröffentlicht. Die Hardwarepreise stiegen an und bald wurde die UVP auf 159 USD hinaufkorrigiert. Nach einer weiteren Anpassung liegt sie nun bei 199 USD, also dem Doppelten des ursprünglichen Preises. Dass diese Teuerungen so oder gar noch stärker an den Endkunden weitergegeben werden, zeigt der Preisverlauf im Geizhals-Preisvergleich.
Eine ähnliche, wenn auch nicht ganz so krasse Entwicklung zeigt sich auch im Smart-Home-Bereich von Apple. So kosten die smarten Lautsprecher des Herstellers, etwa der HomePod mini nun 139 Euro (statt zuvor 109) und der größere HomePod zurzeit 399 Euro statt zuvor 349. Mit einem Plus von 36 Prozent gegenüber der ursprünglichen UVP sind auch die Preise des Streaminggeräts Apple TV 4K deutlich gestiegen, welches nun mit 229 Euro zu Buche schlägt.
Fazit
Zwar machen sich die Preissteigerungen nicht überall so stark bemerkbar wie bei den hier genannten Beispielen, mit deutlichen Mehrkosten gegenüber den noch vor wenigen Monaten bis Jahren aufgerufenen Preisen ist aber dennoch zu rechnen. Vielleicht noch ein Grund, warum das Smart Home für viele immer noch nicht umsetzbar ist.











