Android: Google erlaubt alternative App-Stores im Play Store

Google öffnet den Play Store zumindest in den USA für App-Stores von Drittanbietern. Alternative App-Stores sollen künftig direkt über den Google Play Store heruntergeladen werden können und Zugriff auf sämtliche dort angebotenen Apps und Spiele erhalten. Die Änderung tritt am 26. Juli in Kraft und zählt zu den größten Umgestaltungen des Android-App-Ökosystems seit dem Start der Plattform.
"Ab dem 22. Juli 2026 können App-Stores von Drittanbietern für Android in den USA vorbehaltlich der hier und auf dieser Seite aufgeführten Bedingungen auf den App-Katalog des Google Play Store zugreifen. Diese App-Stores können die Apps Nutzern anbieten, wobei der Download über Google Play zu denselben Bedingungen abgewickelt wird wie ein direkter Download aus dem Google Play Store. Die Servicegebühr von Google Play fällt auch für auf diese Weise heruntergeladene Apps weiterhin an", hat Google im Hilfe-Center von Google Play für Entwickler erklärt.
Die Änderung geht auf den Rechtsstreit zwischen Epic Games und Google zurück. Epic Games hat während des langjährigen Verfahrens stets argumentiert, dass Googles Play Store für Android im Wesentlichen ein Monopol darstellt. US-Gerichte haben dieser Einschätzung zugestimmt und Google dazu verpflichtet, die Funktionsweise des Play Store entsprechend anzupassen.
Zuvor hatte Google bereits zahlreiche Änderungen vorgenommen. Dazu zählen niedrigere Gebühren für Zahlungen über das Abrechnungssystem des Play Store sowie die Möglichkeit für Entwickler, alternative Bezahlsysteme zu verwenden.
Ein offeneres Android, aber vorerst nur in den USA
Android hat sich stets als offenere Alternative zu iOS positioniert, der Play Store ist auf den meisten Geräten jedoch weiterhin die wichtigste Bezugsquelle für Apps. Die jüngste Änderung schwächt diese Stellung zumindest in den USA, da konkurrierende App-Stores einfacher mit Google Play konkurrieren können, ohne dass Nutzer Software per Sideloading installieren müssen. Die Öffnung des Play Store stärkt zwar den offenen Charakter von Android, bleibt jedoch auf den US-Markt beschränkt.
Auch die Europäische Union, die britische CMA und Indien haben Googles Kontrolle über Android in den vergangenen Jahren untersucht. Die Einführung in den USA liefert nun ein praktisches Beispiel dafür, wie ein offenerer Play Store aussehen könnte.
Ob Google dasselbe Modell weltweit einführt, ist noch unklar. Das Unternehmen arbeitet nun jedoch unter einem Präzedenzfall, der auch Regulierungsbehörden weit außerhalb der USA beeinflussen könnte. Google dürfte dieses Ergebnis nicht angestrebt haben, dennoch sind ähnliche Änderungen in den kommenden Jahren wohl auch in Europa, Deutschland und anderen Ländern zu erwarten.




