Old World verlegt das bewährte 4X-Prinzip in die Antike und setzt bewusst andere Schwerpunkte als der Genre-Platzhirsch Civilization. Statt globaler Expansion über Jahrtausende steht ein begrenzter historischer Zeitraum im Fokus: Spieler übernehmen die Rolle eines Herrschers, gründen eine Dynastie und lenken die Geschicke ihres Reiches über mehrere Generationen hinweg. Politik, Kriegsführung und Familienmanagement greifen dabei eng ineinander – Ehen wollen arrangiert, Erben ausgebildet und Ambitionen verfolgt werden. Entscheidungen wirken langfristig und oft über das Leben eines einzelnen Herrschers hinaus.
Spielerisch bleibt Old World rundenbasiert, führt jedoch ein zentrales Alleinstellungsmerkmal ein: das Befehlssystem. Spieler verfügen pro Runde nur über eine begrenzte Anzahl an Befehlen, und jede Aktion – etwa das Bewegen einer Militäreinheit oder der Bau eines Gebäudes – verbraucht einen davon. Dadurch entsteht ein starker Priorisierungszwang, bei dem Herrscher zwischen dem Vorantreiben militärischer Operationen, politischen Winkelzügen und dem Ausbau des eigenen Territoriums sorgfältig abwägen müssen. Die Anzahl der Befehle ist nicht statisch, sondern wird durch Faktoren wie Legitimität, Regierungsformen und Technologien beeinflusst – ein starkes Staatsoberhaupt kann sein Reich somit deutlich effektiver lenken als ein umstrittener Herrscher.
Auch bei der Forschung geht Old World seinen eigenen Weg. Technologien werden über ein zufallsbasiertes Kartendeck freigeschaltet, bei dem Spieler aus mehreren Optionen wählen, einzelne Technologien bewusst ablehnen und ihren Fortschritt gezielt beeinflussen können. Schlachten finden direkt auf der Weltkarte statt, wobei das Zusammenspiel verschiedener Truppentypen und taktische Positionierung über Sieg oder Niederlage entscheiden.
Die Resonanz zu Old World fällt überwiegend positiv aus. Die Spielewebsite TestingBuddies vergab solide 8 von 10 Punkten und lobte vor allem das herausfordernde Gameplay, die spannenden Dynastie-Mechaniken sowie das innovative Befehlssystem. Auch der atmosphärische Soundtrack und die zufallsbasierte Forschung kamen bei den Testern gut an. Kritik gab es hingegen für die eher unspektakuläre Grafik und ein stellenweise unübersichtliches Interface. Hinzu kommt eine durch die Vielzahl komplexer Spielmechaniken bedingte Einstiegshürde: Für Strategie-Profis ist das ein klarer Pluspunkt, für Neulinge im 4X-Genre jedoch schnell überfordernd.
Auf Metacritic erreicht Old World aktuell einen Metascore von 80 sowie einen etwas niedrigeren User Score von 7.3. Auch das Urteil der Steam-Community fällt überwiegend wohlwollend aus: 82 Prozent der knapp 5.800 Nutzerbewertungen empfehlen das Spiel weiter.
90 Prozent Rabatt auf Steam
Hinter Old World stehen das US-amerikanische Studio Mohawk Games – gegründet vom ehemaligen Civilization-Lead-Designer Soren Johnson – sowie der Publisher Hooded Horse. Das Strategiespiel erschien im Mai 2022 und kostet auf Steam normalerweise rund 40 Euro. Ein Rabatt von 90 Prozent senkt den Preis allerdings noch bis zum 22. Januar auf knapp vier Euro. Laut SteamDB war der Titel bislang nur einmal so günstig erhältlich, im Rahmen der Steam-Herbstaktion 2025. In anderen Sales lag der maximale Nachlass in der Regel bei 75 Prozent. Auf dem Steam Deck (erhältlich auf Amazon für 570 Euro) ist Old World als „Spielbar“ eingestuft und sollte mit kleineren Anpassungen auch unterwegs gut funktionieren.
Preisänderungen vorbehalten. Das Angebot war zum Veröffentlichungszeitpunkt des Artikels verfügbar, kann aber zeitlich oder mengenmäßig beschränkt sein. Alle Angaben ohne Gewähr.


















