Sicherlich kann man sagen, dass „Cozy Gaming“ auf Steam kein Nischengenre mehr ist. Es ist jedoch schon eine Weile her, dass Free-to-Play-Riesen wie Palia und The Sims FreePlay den Markt weitgehend dominiert haben. Nun drängt mit Heartopia ein weiterer Titel in diese Kategorie, der von XD Games entwickelt wurde.
Nach einem erfolgreichen Mobile-Launch Anfang Januar, bei dem das Spiel in über 50 Ländern die Charts anführte, feierte es am 17. Januar 2026 sein offizielles Steam-Debüt. Innerhalb der ersten zwölf Stunden erreichte es einen respektablen Spitzenwert von 15.100 gleichzeitig aktiven Spielern. Zum Zeitpunkt des Schreibens liegt diese Zahl sogar bei 17.100.
Heartopia versteht sich als direkter Konkurrent zu Titeln wie Disney Dreamlight Valley, weist jedoch eine wesentliche Neuerung auf: Es verzichtet komplett auf ein Energiesystem. Das Game ist auf der Insel „Whale Island“ angesiedelt und konzentriert sich auf eine Spielschleife aus Hausgestaltung, Gartenarbeit und ausgeprägten sozialen Interaktionen.
Zocker können Stunden mit Angeln, Kochen oder der Teilnahme an Echtzeit-Story-Events verbringen, ohne durch einen Energiebalken ausgebremst zu werden. Zudem gibt es ein Hobby-System, bei dem Fortschritte in Aktivitäten wie Fotografie oder Modedesign spezielle Lifestyle-Belohnungen freischalten.
Es ist jedoch offensichtlich, dass der Übergang von der mobilen Plattform zu einem dedizierten PC-Publikum nicht reibungslos verlief. Das Spiel hat derzeit auf Steam die Bewertung „Ausgeglichen“ (66 %), wobei der Hauptkritikpunkt der Community das Monetarisierungsmodell ist. Obwohl der Titel kostenlos ist, nutzt er ein „Gacha“-System für hochwertige kosmetische Gegenstände und Fahrzeuge, einschließlich einer für Februar angekündigten Kollaboration mit „My Little Pony“.
Im Vergleich zu den geradlinigen Kaufmodellen von Konkurrenten wie Stardew Valley empfinden viele PC-Spieler dies als „ausbeuterisch“. Darüber hinaus gibt es technische Beschwerden über „typische mobile“ Macken, einschließlich einer nicht optimierten, Unity-basierten Engine.
Ein Rezensent äußerte sich frustriert über Texteinblendungen, die zum „Tippen“ oder „Zusammenziehen der Finger“ zum Zoomen auffordern. Dies deutet darauf hin, dass den Unterschieden zwischen den Plattformen nicht genügend Aufmerksamkeit geschenkt wurde.
Dieser Mangel an Feinschliff zeigt sich auch in der Kamera des Baumodus, der klare Achsensteuerungen fehlen, sowie in der völligen Abwesenheit nativer Controller-Unterstützung. Dadurch werden effektiv Steam-Deck-Nutzer ausgeschlossen, die sich ein gemütliches Handheld-Erlebnis erhofft hatten.
Dieser Launch unterscheidet sich deutlich von unseren bisherigen Berichten über Titel wie Dreadmyst, das mit einer kompakten 600-MB-Version und dem Versprechen eines „wirklich kostenlosen“ Spiels aufwartete. Während Dreadmyst auf stetige Wishlist-Aktivität und eine kleine, treue Fangemeinde von 1.200 Spielern setzte, versucht Heartopia, den Erfolg über sein mobiles Stammpublikum zu erzielen.
Damit XD Games langfristig erfolgreich ist, muss das Unternehmen das Stigma des „lieblosen Mobile-Ports“ überwinden und Funktionen wie Controller-Mapping sowie optimierte PC-Steuerungen implementieren. Das Potenzial für einen Free-to-Play-Titel ist vorhanden, aber nur die Zeit wird zeigen, ob er auch dauerhaft erfolgreich sein wird.


















