Das Indie-Studio Xia hat nach zweijähriger Entwicklungszeit am 15. Januar 2026 offiziell das Spiel WindStop Strategy veröffentlicht. Die Gamer tauchen in eine gefährliche Welt ein, in der sie eine Kampfkunst-Sekte wieder aufbauen müssen. Das Spiel fand sofort Anklang und erreichte innerhalb der ersten 24 Stunden einen Höchststand von 4.526 gleichzeitigen Spielern.
Für einen regulären Preis von unter 10 Euro (unter 9 Euro nach dem Launch-Rabatt von 10 %) bietet es eine detaillierte Simulation, in der man als junger Meister der „Hu Yan Men“-Sekte Gebiete nach einem brutalen Massaker zurückerobern muss. Während die Kernmechanik aus Rekrutierung und Eroberung in den Steam-Rezensionen als sehr solide bewertet wird, waren die ersten Stunden auf Steam für die Entwickler eher harte Arbeit als ein entspanntes Debüt.
Die größte Hürde für Spieler aus dem Westen ist die Lokalisierung. Trotz früherer Versprechen einer professionellen Übersetzung weist die Version 1.0 zum Launch erhebliche UI-Probleme und holpriges „Engrish“ auf. Dadurch sind wichtige Kampfbeschreibungen gelegentlich völlig unverständlich. Spieler berichten von einem verwirrenden Mix aus Mandarin und Englisch in den Menüs sowie von einem Bug, durch den Siegesbildschirme fälschlicherweise „Niederlage“-Benachrichtigungen anzeigen.
Positiv hervorzuheben ist, dass Xia Start außergewöhnlich transparent agiert: Bereits am ersten Tag wurden drei dringende Hotfixes veröffentlicht, um Fehler wie ein Schwarzbild nach Kämpfen und Synchronisierungsfehler im Inventar zu beheben. Es ist deutlich zu erkennen, dass das Team mit Hochdruck am Feinschliff arbeitet. Die derzeitige Bewertung von 78 % („größtenteils positiv“) ist wohl vor allem den fesselnden Spielmechaniken zu verdanken, die über die technischen Mängel hinwegtrösten.
Das Spiel verfügt über ein interessantes Zwei-Phasen-Kampfsystem. Im Gegensatz zu vielen rundenbasierten RPGs gibt es eine manuelle „Strategie“- und eine automatische „Kampf“-Phase. In der Strategie-Phase legt man die Skill-Abfolgen des Teams vorab fest. Dadurch werden die Kämpfe zu kniffligen Rätseln statt zu reinen Zahlenspielen.
Auch der Management-Teil macht einen stimmigen Eindruck: Mit über 100 Kultivierungstechniken und einer Sandbox-Weltkarte, die auf den wachsenden Einfluss der Sekte reagiert, bietet er viel Tiefe. Dank eines integrierten Mod-Editors und der für diese Woche geplanten Unterstützung von Steam Workshop plant die Community bereits, die Übersetzungslücken selbst zu schließen.
Zudem ist das Spiel äußerst genügsam: Es benötigt nur 3 GB Speicherplatz und läuft flüssig auf integrierten Grafikkarten. Obwohl der offizielle Support für Controller und das Steam Deck erst in sechs Monaten folgen soll, dürfte die ressourcenschonende Unity-Engine in Verbindung mit einer individuellen Trackpad-Belegung das Spiel bereits jetzt gut auf Handhelds spielbar machen.



















