Apple holt NotebookLM-Macher: KI-Startup Huxe als Acqui-Hire

Apple greift beim Thema KI erneut bei einem Startup zu – diesmal bei einem Team, das man eher bei Google vermutet hätte. Laut der Transparenzliste der EU-Kommission zum Digital Markets Act hat sich Apple das Recht gesichert, bestimmten Mitarbeitern von Huxe AI Jobangebote zu machen und sie einzustellen. Dazu kommt eine nicht exklusive Lizenz an Huxes geistigem Eigentum. Gemeldet hat Apple den Deal schon im Juni, öffentlich wurde er erst jetzt, nachdem 9to5Mac den Eintrag entdeckt hat.
Wer NotebookLM kennt, kennt auch die Idee hinter Huxe. Raiza Martin, zuvor Projektleiterin von Googles KI-Recherchetool, das inzwischen Gemini Notebook heißt, verließ Google im Dezember 2024 und gründete Huxe gemeinsam mit Designer Jason Spielman und Entwickler Stephen Hughes, beide ebenfalls aus dem NotebookLM-Team. Ihre App erzeugte personalisierte Audioinhalte: tägliche Briefings aus E-Mails und Kalender, Gespräche im Podcast-Stil zu einzelnen Themen und laufend aktualisierte Feeds etwa zu Nachrichten und Sport. Nach einem Start auf Einladung im Juni 2025 öffnete Huxe im September für alle und sammelte dabei 4,6 Millionen US-Dollar ein. Gereicht hat das nicht – am 28. Mai 2026 ging der Dienst vom Netz.
Kein Kauf, sondern ein Acqui-Hire
Formal übernimmt Apple Huxe nicht. Das Modell heißt Acqui-Hire: Der Konzern holt sich die Köpfe und Zugriff auf die Technik, ohne die Firma selbst zu kaufen. Einen Preis nennt der Eintrag nicht, welche Mitarbeiter tatsächlich zu Apple wechseln, ebenso wenig. Genau diese Konstruktion steht in den USA unter Beobachtung. FTC-Chef Andrew Ferguson kündigte im Januar an, solche Deals genauer anzusehen, im März baten FTC und Justizministerium um Stellungnahmen zu neuen Meldepflichten, die auch Acqui-Hires und nicht exklusive Lizenzen erfassen könnten.
Was will Apple mit einem gescheiterten Audio-Startup?
Huxe ist mindestens Apples vierter KI-Deal in diesem Jahr, und die anderen geben eine Richtung vor. Im Januar kaufte Apple das israelische Startup Q.ai, laut Financial Times für fast zwei Milliarden US-Dollar – nach Beats die zweitgrößte Übernahme der Firmengeschichte. Q.ai entwickelt Technik, die geflüsterte oder nur angedeutete Sprache aus feinsten Bewegungen der Gesichtshaut liest. Im Mai folgte ein Deal um Personal und Lizenzen mit dem Avatar-Startup Animato. Apple sammelt also gezielt Teams ein, die an neuen Wegen arbeiten, mit Geräten zu sprechen.
Huxe passt in dieses Bild. Ein Dienst, der morgens aus Posteingang und Kalender ein persönliches Audio-Briefing baut, liegt sehr nahe an dem, was Apple für Siri AI verspricht: eine Assistentin, die den persönlichen Kontext ihrer Nutzer kennt. Ob daraus eine eigene Funktion wird, sagt Apple nicht. Für Nutzer in Deutschland käme sie ohnehin später – Siri AI fehlt auf dem iPhone in der EU bislang ganz.
Quelle(n)
EU-Kommission, DMA-Transparenzliste
9to5Mac
Financial Times
Bild: KI-generiert (ChatGPT Image 2.5)




