Apple testet angeblich RAM eines chinesischen Unternehmens auf schwarzer Liste

Apple hat laut einem Bericht der Financial Times damit begonnen, Speicherchips des chinesischen Herstellers ChangXin Memory Technologies (CXMT) für Geräte zu testen, die für den Verkauf in China vorgesehen sind. Parallel dazu wirbt Apple weiterhin bei der US-Regierung um die Erlaubnis, Produkte von CXMT breiter einsetzen zu dürfen.
CXMT steht auf der sogenannten "1260H"-Liste des Pentagons, auf der das Verteidigungsministerium Unternehmen mit mutmaßlichen Verbindungen zur chinesischen Volksbefreiungsarmee aufführt. Der Eintrag ist erstmals im Mai 2025 vorgeschlagen worden, als das Handelsministerium CXMT zusammen mit Tochtergesellschaften von Semiconductor Manufacturing International Corp und Yangtze Memory Technologies auf eine schwarze Liste setzen wollte. Hintergrund war ein breiterer Vorstoß, Exportkontrollen für fortschrittliche Chiptechnologie zu verschärfen.
Reuters hat Mitte Juni berichtet, dass die USA die Aufnahme von CXMT und weiteren chinesischen Unternehmen kurzzeitig zurückgestellt hatten, um die Handelsspannungen mit Peking nicht weiter zu verschärfen. In der jüngsten veröffentlichten Fassung der Liste des Verteidigungsministeriums ist das Unternehmen jedoch enthalten. Apple ist nicht grundsätzlich daran gehindert, mit Unternehmen auf dieser "schwarzen Liste" Geschäfte zu machen, da die Einschränkung das Verteidigungsministerium und nicht private Firmen betrifft. Im Juni hat sich Apple an das Handelsministerium gewandt, um eine Freigabe für den Kauf von DRAM-Chips von CXMT zu erhalten, und setzt sich seither weiter in Washington für eine Genehmigung ein.
Der Bericht weist außerdem darauf hin, dass CXMT vor der weltweiten Speicherknappheit und der dadurch gestiegenen Nachfrage nach seinen Chips ein vergleichsweise unbekanntes Unternehmen mit Verlusten gewesen ist. Inzwischen ist CXMT hinter Samsung, SK Hynix und Micron der viertgrößte DRAM-Hersteller der Welt und wird von 15 staatlichen Anteilseignern unterstützt. Das Unternehmen plant Berichten zufolge, bei einem bevorstehenden Börsengang 4,3 Milliarden US-Dollar einzunehmen.
Apple bezieht Speicher derzeit von Micron, Samsung und SK Hynix. Alle drei Hersteller stehen unter Druck, weil die Nachfrage aus KI-Rechenzentren Kapazitäten von der Unterhaltungselektronik abzieht. CXMT würde Apple einen vierten Zulieferer verschaffen und die Abhängigkeit von einer Lieferkette verringern, die sich seit Monaten weiter verengt.
Die Suche nach einem neuen Zulieferer folgt auf deutliche Preiserhöhungen, die Apple im Juni bei Mac- und iPad-Modellen vorgenommen hat. Einige Modelle sind dabei um 17 Prozent bis 25 Prozent teurer geworden. Apple hat die weltweite Speicherknappheit als Grund für die Erhöhungen genannt. Die Speicherpreise sind in den vergangenen drei Quartalen durch die stark gestiegene Nachfrage nach KI-Infrastruktur kräftig angezogen.
Die Möglichkeit, dass Apple Chips von einem chinesischen Unternehmen auf einer schwarzen Liste bezieht, hat in Washington bereits Widerspruch ausgelöst. Der US-Abgeordnete John Moolenaar, der im Kongress Bemühungen zur Untersuchung des geopolitischen Einflusses Chinas anführt, hat eine mögliche Partnerschaft als schweren Fehler bezeichnet. Apple hat sich bislang nicht öffentlich zu dem Bericht über die CXMT-Tests geäußert. Auch die US-Regierung hat bisher nicht bekannt gegeben, ob sie Apples Antrag auf eine formelle Beschaffung von Speicherchips bei dem Unternehmen genehmigen wird.









