Es wirkt beinahe so, als wolle Electronic Arts mit einem großen Knall beweisen, dass der neueste Shooter-Ableger das Zeug zum eSports-Giganten habe. Die Verantwortlichen kündigten heute die Battlefield Redsec Elite Series an. Der Startschuss für diesen Wettbewerb fällt am 10. Dezember 2025. Das Ziel ist klar formuliert: Man wolle mehr kompetitive Tiefe in die Reihe bringen und der Community eine Bühne bieten. Damit das nicht nur leere PR-Hülsen bleiben, winkt der Publisher mit einem massiven Preispool. Insgesamt sollen über 1 Million US-Dollar über drei regionale Finals hinweg ausgeschüttet werden.
Das Format klingt dabei durchaus spannend und weicht vom üblichen Einerlei ab. In den Regionen Amerika, EMEA (Europa, Naher Osten, Afrika) und APAC (Asien-Pazifik) treten jeweils 50 Squads an. Der Wettkampf beginnt mit sechs Partien im Redsec Battle Royale Modus. Die acht besten Teams ziehen in einen finalen Showdown ein, der im sogenannten Gauntlet-Modus ausgetragen wird. Hierbei handelt es sich um ein gnadenloses K.O.-Format, das die Spreu vom Weizen trennen soll. Christian Grass, Executive Producer, ließ verlauten, dass dieses Erlebnis "echte Battlefield-DNA" besitze und zusammen mit der Community entwickelt worden sei.
Wer nun denkt, das sei nur etwas für die Profi-Elite, der irrt zumindest teilweise. Parallel zur Elite Series startet am Freitag, den 12. Dezember, die sogenannte Open Series. Dieser Wettbewerb richtet sich an alle Spieler, unabhängig vom Skill-Level. Die Hürde ist niedrig: Squads können sich über die Plattform Repeat.gg registrieren und versuchen, genügend Punkte zu sammeln. Wer hier dominiert, könne laut den Entwicklern in die Elite Series aufsteigen und sich dort mit den Besten der Welt messen. Wichtig für die Technik-Freaks: Alle Wettbewerbe finden im Crossplay statt und erlauben Cross-Input, also die Mischung aus Maus/Tastatur und Controller.
Passend zur eSports-Offensive ist bereits am Dienstag das Spiel-Update 1.1.2.0 erschienen. Der Patch hat es in sich und bringt mit "Eastwood" eine komplett neue Karte ins Spiel, die im südlichen Kalifornien angesiedelt ist. Varianten dieser Map sind nun für alle offiziellen Modi verfügbar. Im Conquest-Modus dürfen sich Fans auf den Einsatz von Panzern, Helikoptern und, man höre und staune, Golfkarts freuen. Letztere finden nun auch ihren Weg in den Builder-Modus von Battlefield Portal.
Neben der neuen Map haben die Devs auch den zeitlich begrenzten Modus "Sabotage" eingeführt, der auf Demolition und Counterplay fokussiert ist. Das Waffenarsenal wächst ebenfalls: Schrotflinte DB-12 und die Sekundärwaffe M357 Trait Sidearm fürs Gefecht. Controller-Spieler aufgepasst: Der Aim Assist wurde komplett auf die Werte der Open Beta zurückgesetzt. Das Zielen auf hohe Distanzen soll sich damit verbessern.
Doch bei all dem Jubel über Preisgelder und neue Maps gibt es auch Schattenseiten, die sich nicht wegdiskutieren lassen. Die Stimmung in der Community ist derzeit nämlich eher gemischt. beschweren sich lautstark, dass der kostenlose Ableger Redsec, im Vergleich zum kostenpflichtigen Hauptspiel, angeblich bevorzugt behandelt werde. Während Redsec mit riesigen Karten und zerstörbaren Umgebungen glänze, müssten sich Käufer des Vollpreis-Titels oft mit kleineren Maps und weniger dynamischen Elementen begnügen. Laut einiger Community-Kommentare hat ein Teil der BF6-Spieler langsam, aber sicher "die Nase voll". Offenbar fühlen sich manche Spieler regelrecht "betrogen" und unterstellen, dass Ressourcen offenbar primär in den Battle-Royale-Modus fließen würden, der stark an die Konkurrenz von Call of Duty erinnert.
Dazu gesellt sich Unmut über aggressive Pop-Up-Werbung für den Battle Pass im Spielmenü. Dass nun ausgerechnet der Free-to-Play-Modus mit einer Millionen-Summe als eSports-Flaggschiff gepusht wird, könnte bei den Stammspielern, die 70 Euro oder mehr auf den Tisch gelegt haben, für weiteres Stirnrunzeln sorgen. Ob Patch 1.1.2.0 die BF6-Community wirklich wieder ein Stück weit einfängt, wird sich wohl erst in den nächsten Tagen zeigen.

















