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Boeing steigt aus dem Flugtaxi-Geschäft aus

Das Archer Aviation Model M001 ist der Prototyp eines eVTOL-Flugzeugs, das Platz für einen Piloten und vier Passagiere bietet
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Das Archer Aviation Model M001 ist der Prototyp eines eVTOL-Flugzeugs, das Platz für einen Piloten und vier Passagiere bietet
Boeing verkauft Wisk Aero, SkyGrid und Insitu an Archer Aviation und beteiligt sich zugleich an dem eVTOL-Entwickler. Die Übernahme stärkt Archers Pläne im Bereich der Flugtaxis, während sich Boeing wieder stärker auf sein Kerngeschäft mit Verkehrsflugzeugen konzentrieren kann.

Boeing hat dem Verkauf von drei Tochterunternehmen aus dem Bereich fortschrittlicher Luftfahrttechnologien an Archer Aviation zugestimmt und erhält im Gegenzug einen Anteil von 19,75 Prozent an dem kalifornischen Entwickler elektrischer Flugtaxis. Laut einer Pflichtmitteilung bekommt Boeing zudem Optionen, mit denen der Konzern in den kommenden vier Jahren weitere Klasse-A-Aktien erwerben kann. Teil der Vereinbarung sind der Entwickler autonomer Flugzeuge Wisk Aero, der Anbieter von Software für urbane Luftmobilität SkyGrid und der Drohnenhersteller Insitu.

Durch die Übernahme erweitert Archer sein Technologieangebot erheblich, während das Unternehmen auf den Start kommerzieller Flugtaxidienste hinarbeitet. Boeing darf die Technologie von Wisk für autonome Flüge weiterhin in seinen Verkehrsflugzeug- und Rüstungsprogrammen einsetzen. Darüber hinaus wollen beide Unternehmen Technologien miteinander teilen. Wisk Aero ist 2019 als Gemeinschaftsunternehmen von Boeing und Kitty Hawk gegründet worden, einem von Google-Mitgründer Larry Page unterstützten Flugtaxi-Startup. Das Unternehmen hat sechs Generationen autonomer eVTOL-Flugzeuge entwickelt und mehr als 1.700 Flugtests absolviert.

Zum Geschäft gehört außerdem SkyGrid, das Flugverkehrsmanagementsysteme für künftige urbane Luftverkehrsnetze entwickelt. Ebenfalls übernommen wird die Boeing-Tochter Insitu, die unbemannte Langstreckenflugzeuge für das US-Militär herstellt. Die Transaktion ermöglicht Boeing eine stärkere Konzentration auf das Kerngeschäft mit Verkehrsflugzeugen. Der Konzern arbeitet derzeit einen Auftragsbestand im Wert von rund 628 Milliarden Euro ab, der mehr als 6.200 noch auszuliefernde Flugzeuge umfasst.

Archer bereitet unterdessen den Start erster Flugtaxi-Testdienste in New York, Texas und Florida bis Ende des Jahres vor. Das Unternehmen ist zudem in den Rüstungssektor expandiert und hat kürzlich ein gemeinsam mit Anduril Industries entwickeltes eVTOL-Flugzeug für militärische Einsätze vorgestellt.

Laut Boeing können die übernommenen Unternehmen ihre Produktentwicklung durch die Transaktion beschleunigen. Zugleich profitiert der Luftfahrtkonzern weiterhin von Technologien, in die er in den vergangenen zwei Jahrzehnten investiert hat. Archer-CEO Adam Goldstein bezeichnet die Übernahme als "entscheidenden Wendepunkt", der das Geschäft breiter aufstellen und das Umsatzwachstum beschleunigen soll.

Die Vereinbarung ist zugleich das jüngste Kapitel in der Beziehung zwischen Archer und Wisk. Wisk hat Archer 2021 wegen des mutmaßlichen Diebstahls von Geschäftsgeheimnissen und wegen Patentverletzungen verklagt. Der Rechtsstreit ist 2023 beigelegt worden, wobei Wisk zugestimmt hat, Archer exklusiv mit Technologien für autonomes Fliegen zu versorgen.

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Autor: Andrew Sozinov, 10.08.2026 (Update: 10.08.2026)