Dieser Pixel 8 Pro Klon ist teils besser als das Google-Original und hat 16 GB RAM

Einen Einblick in das fast komplett abgeschottete Nordkorea bekommt man eher selten, insbesondere die Tech-Hardware die es bei den nördlichen Nachbarn von Samsung und Co. zu kaufen gibt, dürfte sich wohl stark von dem unterscheiden, was die restliche Welt so nutzt. Diese Annahme scheint sich zumindest in einem Fall nicht ganz zu bewahrheiten, wie ein spannendes Vergleichsvideo des chinesischen Smartphone-Testers Fenibook auf Youtube zeigt.
Der hat einen auf den ersten Blick fast identisch aussehenden Klon des Google Pixel 8 Pro (hier generalüberholt bei Amazon erhältlich) aus Nordkorea aufgetrieben und direkt mit dem Original verglichen - mit interessanten Ergebnissen. So trifft das Klischee, dass ein Klon immer schlechter als das Original sein muss, hier nur in Teilen zu. Verbessert haben Nordkoreas Ingenieure etwa die Position des Power-Buttons an der Seite, der beim "People's Pixel" wie das Smartphone ironisch vom Tester genannt wird, in einer weitaus ergonomischeren Position weiter unten an der rechten Seite zu finden ist.
Teils besser als das Original, etwa bei RAM und Kamera
Auch das Innenleben ist nicht ganz so mies, wie man das von einem Klon erwarten könnte. Zum Chipsatz kommen wir noch - beim RAM wird aber geklotzt statt gekleckert. Ganze 16 GB RAM sind hier verbaut vs. 12 GB beim Google-Phone und das in RAMageddon-Zeiten. Auch die Kamera-Hardware zeigt überraschend positive Seiten: Mit 1/1.3 Zoll Omnivision OV50H Sensor für die Hauptkamera und zwei 50 Megapixel ISOCELL JN1 Sensoren für 3x Periskop-Telefoto und Ultraweitwinkel unterscheidet sich die Hardware nur marginal von jener des Pixel 8 Pro. Überraschend ist aber auch hier eine Verbesserung im Detail: Während das Google Pixel fast einen Meter Fokusdistanz beim Telefoto benötigt, bietet Nordkoreas Pixel mit 15 cm minimaler Fokusdistanz eine echte Telemakro-Funktion.
Display und Tensor G3 Ersatz haben auch Vorteile
Beim Display ist ein 2.400 x 1.080 Pixel OLED-Display mit 60 Hz Frequenz verbaut, offiziell also schlechter als bei Google, denn die 120 Hz funktionieren offenbar nicht. Dennoch auch hier ein spannender Unterschied zu Google: Die Nordkorea-Version ist weniger anstrengend für die Augen, denn es unterstützt hochfrequentes PWM-Dimming, ganz im Gegensatz zu Google. Last but not least muss natürlich das Thema Chipsatz angesprochen werden. Statt eines Tensor G3 gibt es hier einen Dimensity 7050 von Mediatek, der am Papier schlechter performt, etwa auch in unseren Benchmarks.
| Tensor G3 | Dimensity 7050 | |
|---|---|---|
| Geekbench 6.7 | -44% | |
| Single-Core (Points) | 1769 | 971 -45% |
| Multi-Core (Points) | 4538 | 2581 -43% |
| 3DMark | ||
| Wild Life Extreme (Points) | 2422 | 685 -72% |
| Durchschnitt gesamt (Programm / Settings) | -58% /
-53% |
Bootloader entsperrbar, Klon unterstützt Google-Apps
Aber auch hier gibt es positive Aspekte des Hardwaretauschs. So merkt der Tester etwa an, dass das geklonte Modell unter Last deutlich kühler bleibt als Googles heißer Tensor-Chip, der ja in der G3-Generation noch fast ein Samsung Exynos-SoC war. Die vielleicht spannendste Eigenschaft von Nordkoreas Pixel Phone ist aber vielleicht die Tatsache, dass der Bootloader entsperrt werden konnte, was es dem Tester ermöglichte ein offizielles Pixel-Image auf das Gerät zu laden. Das war aus Sicherheitsgründen wohl angeraten wie Fenibook anmerkt, gleichzeitig konnte er das Nicht-Google-Pixel somit auch wie ein vollwertiges Google-Phone nutzen, inklusive Gemini und anderen Google-Apps. Ob das in Nordkorea bei allen Klon-Geräten möglich ist, sei dahingestellt. Für das Vergleichsvideo empfehlen wir das Aktivieren der Auto-Translate-Funktion, sofern man mit Mandarin nicht vertraut ist.

















