Discord: Öffentliche Beiträge sollen in Google-Suchergebnissen erscheinen

Öffentliche Communitys lassen sich auf Discord bereits ohne Einladung finden und ihnen beitreten. Die dort geteilten Anleitungen und Antworten sind über Suchmaschinen bislang jedoch oft schwer auffindbar. Nun hat das Unternehmen Änderungen für seine öffentlich auffindbaren Server angekündigt. Zusammenfassungen von Diskussionen aus öffentlichen Kanälen und einzelne Nachrichten sollen künftig auf öffentlichen Webseiten und in Suchergebnissen erscheinen können.
Die Änderungen betreffen öffentlich auffindbare Server, also Communitys, die in der Serversuche gelistet sind, mindestens 1.000 Mitglieder haben und seit mindestens acht Wochen bestehen. Laut Discord gibt es derzeit mehr als 63.000 solcher Server. Einige nutzen bereits Server-Webseiten, um ihre Community vor einem Beitritt vorzustellen. Ab dem 16. November 2026 erhält jeder öffentlich auffindbare Server eine solche Webseite. Fehlende Seiten erstellt Discord anhand der Serverprofile. Auf den Seiten können dann auch KI-generierte Kanalzusammenfassungen erscheinen, die Besuchern einen Überblick über die ab diesem Datum geführten öffentlichen Diskussionen geben. Private Kanäle, private Server und Direktnachrichten sind davon ausgenommen.
Ab Mitte Dezember ergänzt Discord die Server-Webseiten schrittweise um Nachrichten von Mitgliedern aus teilnehmenden öffentlichen Kanälen. Diese erscheinen dort neben den Zusammenfassungen. Die Seiten lassen sich dann über Google oder andere Suchmaschinen finden und die Nachrichten ohne Beitritt zum Server lesen. Berücksichtigt werden ausschließlich Nachrichten, die ab diesem Zeitpunkt gesendet werden. Die Beiträge erscheinen zunächst als Text ohne Benutzernamen oder Avatare, enthalten aber Links zu den ursprünglichen Unterhaltungen auf Discord. In teilnehmenden Kanälen weisen ein Symbol und ein Hinweis nahe der Kopfzeile darauf hin, dass Nachrichten im Web erscheinen können. Mitglieder werden so bereits vor dem Absenden darauf aufmerksam gemacht.
Öffentliche Kanäle sind standardmäßig einbezogen. Administratoren können unter Servereinstellungen > Web-Anwesenheit jedoch getrennt festlegen, welche Kanäle für Zusammenfassungen und welche für einzelne Nachrichten berücksichtigt werden. Beide Funktionen lassen sich auch vollständig abschalten. Zudem können einzelne KI-generierte Zusammenfassungen entfernt werden, ohne den gesamten Kanal auszuschließen. Discord hat am 27. Oktober mit der schrittweisen Einführung dieser Einstellungen in der Desktop- und Webversion begonnen. Communitys haben dadurch Zeit, ihre Kanäle vor der Freischaltung der Veröffentlichungsfunktionen zu überprüfen. Wird eine Funktion deaktiviert, kommen keine neuen Inhalte mehr hinzu. Bereits veröffentlichtes Material kann allerdings sichtbar bleiben. Um die Server-Webseite selbst zu entfernen, müssen Administratoren die Auffindbarkeit deaktivieren. Der Server wird dann zu einem Community-Server, dem nur per Einladung beigetreten werden kann, und verschwindet aus dem öffentlichen Serververzeichnis von Discord.
Mitglieder können die Freigabe auch über den Schalter "Meine Nachrichteninhalte aus entdeckbaren Kanälen auf Webseiten anzeigen" unter Benutzereinstellungen > Daten & Privatsphäre deaktivieren. Die Einstellung ist in der Desktop- und Webversion verfügbar und gilt für alle über die Serversuche auffindbaren Server, denen sie angehören. Kanalzusammenfassungen lassen sich damit jedoch nicht abschalten, darüber entscheiden weiterhin die Administratoren. Nachrichten, die bei aktivierter Freigabe gesendet worden sind, können auch nach deren Deaktivierung noch im Web erscheinen. Um solche Beiträge von den öffentlichen Seiten zu entfernen, müssen die ursprünglichen Nachrichten in Discord gelöscht werden. Suchmaschinen können zwischengespeicherte Kopien aufbewahren. Bis eine Nachricht aus den Suchergebnissen verschwindet, kann daher mehr Zeit vergehen oder ein gesonderter Löschantrag erforderlich sein.
Ob Mitglieder die Freigabe aktiv deaktivieren müssen, hängt von der Region ihres Kontos ab. In der EU, im EWR, in Großbritannien, Kanada, Brasilien, Australien und Südkorea ist die Einstellung standardmäßig ausgeschaltet. Discord begründet das mit rechtlichen Einschränkungen. Dort müssen Mitglieder die Freigabe erst aktivieren, bevor einzelne Nachrichten von ihnen im Web erscheinen können. In anderen Regionen ist sie standardmäßig eingeschaltet. Dort muss sie deaktiviert werden, damit neue Nachrichten nicht öffentlich im Web auftauchen. Die regionalen Unterschiede betreffen lediglich die Voreinstellung, nicht die Funktionsweise. Bei Konten von Minderjährigen lässt sich die Freigabe einzelner Nachrichten unabhängig von der Region erst mit Erreichen der Volljährigkeit aktivieren.
Quelle(n)
Discord Blog







