Der Begriff "künstliche Intelligenz" wird in letzter Zeit oft inflationär verwendet - so gibt es beispielsweise kaum noch Tech-Firmen die nicht zumindest in irgendeiner Form mit dem Einsatz von KI werben. Dennoch ist es oft nicht gänzlich klar, was mit dem Begriff gemeint ist.
Um "KI" zu präzessieren, muss für diesen Artikel daher eine Abgrenzung getroffen werden. Obwohl künstliche Intelligenz lediglich ein Überbegriff für alles ist, was Maschinen dazu bringt, etwas zu tun, das sonst menschliche Intelligenz erfordert hätte, so wird, wenn heutzutage von künstlicher Intelligenz gesprochen wird, diese meist automatisch mit generativer KI gleichgesetzt. Dazu gehören Large Language Models (LLMs) wie OpenAIs ChatGPT und Googles Gemini oder Bilderstellungsprogramme wie Midjourney. Wie es der Name bereits andeutet, erschaffen diese Systeme etwas Neues - sei es die Antwort auf eine Frage oder ein bestimmtes Bild.
Auf der anderen Seite gibt es aber auch die analytische KI, etwa für maschinelles Lernen und Prädikation. Diese Systeme sind es, die in Heizungssystemen und beim Energiemanagement Anwendung finden. Sie analysieren verschiedenste Daten und prognostizieren zukünftige Werte. Im Fall der Haustechnik soll das dabei helfen, die Technik möglichst genau an die individuelle Situation anzupassen und so den Komfort zu erhöhen und den Energiebedarf zu senken.
Diese Heizsysteme nutzen KI bereits
Um etwas konkretere Anwendungsfälle zu nennen, soll an dieser Stelle auf bereits am Markt befindliche Produkte eingegangen werden, welche mit dem Einsatz künstlicher Intelligenz werben. So soll der "Energy Manager" von Bosch in Verbindung mit Wärmepumpen der Compress-Serie und PV-Anlagen den Wärmebedarf und PV-Ertrag prognostizieren. Anhand dieser Daten soll das System anschließend selbstständig entscheiden, welche Nutzung für den Solarstrom momentan am sinnvollsten ist und ihn intelligent an die größten Stromversorger des Haushalts verteilen. Das soll den Eigenverbrauch des PV-Stroms erhöhen und so Kosteneinsparungen bringen.
Viessmann will hingegen KI nutzen, um Anomalien im Brenner- oder Wärmepumpenbetrieb zu erkennen und so frühzeitig vor dem Auftreten einer Störung eine Wartung empfehlen. Aber auch Nachrüstlösungen sind mit KI-Funktionen erhältlich, etwa die smarten Thermostate von tado. Diese sollen unter anderem dank verschiedener Algorithmen lernen, wie schnell das Haus oder die Wohnung Wärme verliert und welchen Einfluss die Sonneneinstrahlung auf die Raumtemperatur hat. So soll die Heizung besonders effizient gesteuert werden können.
Es muss nicht "KI" drauf stehen, damit KI drin ist
Wie zu Beginn des Artikels bereits ausgeführt, ist der Begriff künstliche Intelligenz sehr umfassend. So kommt es auch, dass jegliche Form von maschinellem Lernen zumindest streng genommen eine Form von KI ist.
Damit müssten eigentlich auch Produkte wie das Nest Learning Thermostat von Google Nest zu den Produkten mit "KI" gezählt werden. Es war eines der ersten "lernenden" Thermostate, das sich in der ersten Woche anhand der Nutzer-Interaktionen selbstständig programmierte und einen angepassten Zeitplan erstellte. Nachdem die erste Generation bereits im Jahr 2011 eingeführt wurde, wurde erst kürzlich bekannt, dass Google den Support für diese Produktgruppe in der EU wieder einstellt. Auch das neue Aqara Heizkörperthermostat W600 (ca. 50 Euro bei Amazon), welches kürzlich vorgestellt wurde, soll auf "smarte Weise" den Energieverbrauch senken.











