Epic vor Gericht: Apple muss App Store Gebühren innerhalb von 24 Stunden rechtfertigen

Ein US-Gericht hat Apples Antrag abgelehnt, ein Verfahren zur zulässigen Höhe von Provisionen auf Käufe außerhalb des App Store auszusetzen. Apple muss daher innerhalb von 24 Stunden einen Vorschlag für die App-Store-Gebühr sowie die zugrunde liegenden Berechnungen und Belege einreichen.
Apple hatte Richterin Yvonne Gonzalez Rogers um eine Aussetzung gebeten, während der Oberste Gerichtshof der USA die Berufung des Unternehmens gegen eine Entscheidung wegen Missachtung einer gerichtlichen Anordnung prüft. Diese ist Teil des seit Jahren andauernden Rechtsstreits mit Epic Games. Apple hat argumentiert, dass die Entscheidung des Obersten Gerichtshofs das Verfahren vor der niedrigeren Instanz beeinflussen und zwischenzeitlich geleistete Arbeit möglicherweise überflüssig machen könnte.
Ausgangspunkt des Streits ist Apples Reaktion auf eine frühere gerichtliche Anordnung, nach der Entwickler auf alternative Zahlungsmethoden außerhalb des App Store verweisen dürfen. Apple hat daraufhin eine Provision von 27 Prozent auf Käufe über externe Links erhoben und ist deshalb wegen Missachtung der Anordnung verurteilt worden. Das Unternehmen hat diese Entscheidung vor dem Obersten Gerichtshof angefochten. Dieser hat den Fall angenommen, aber noch kein Urteil gefällt.
Anschließend hat Apple Richterin Gonzalez Rogers um eine Aussetzung des Verfahrens vor der niedrigeren Instanz gebeten. Epic Games hat dem widersprochen und argumentiert, dass das Verfahren unabhängig von der Prüfung durch den Obersten Gerichtshof fortgesetzt werden müsse. Zudem hat Epic darauf hingewiesen, dass Apple bereits zugesagt hatte, seinen Gebührenvorschlag und die dazugehörigen Belege innerhalb von 24 Stunden einzureichen, falls der Antrag auf Aussetzung abgelehnt wird.
Laut Epic-Games-Chef Tim Sweeney hat Richterin Gonzalez Rogers Apples Antrag nun abgelehnt. Apple muss daher die vorgeschlagene Gebühr, die zugrunde liegenden Berechnungen und Belege dafür vorlegen, weshalb das Gericht diese genehmigen sollte. Anschließend hat Epic 60 Tage Zeit, vor einer gerichtlichen Anhörung zu diesem Thema seine rechtliche Analyse einzureichen.
Apple hat sich bislang nicht zu der Entscheidung geäußert, auch die Anordnung der Richterin ist noch nicht veröffentlicht worden. Bereits zuvor hatte das Unternehmen eine Stellungnahme zu der Angelegenheit abgelehnt.




