Epstein-Akten: Ex-GTA-Produzent gerät ins Visier – GTA-VI-Hype erreicht neuen Höhepunkt

Leslie Benzies, früherer Grand-Theft-Auto-Veteran und ehemaliger Präsident von Rockstar North, wurde in den öffentlich zugänglichen Epstein-Akten des US-Justizministeriums namentlich erwähnt. In den Unterlagen erhebt Sarah Ransome, eine der mutmaßlichen Epstein-Opfer, den Vorwurf sexueller Übergriffe gegen den ehemaligen GTA-Produzenten. Zuvor hatte sie bereits Epstein sowie dessen Vertraute Ghislaine Maxwell wegen Menschenhandels verklagt und außerdem ein Buch veröffentlicht, in dem sie ihre traumatischen Erlebnisse schildert: Silenced No More: Surviving My Journey to Hell and Back.
Das Dokument, das zu dieser Enthüllung führte, ist eine von Ransome zusammengestellte Zeugenliste, in der auch ihre Anschuldigungen gegen Benzies aufgeführt sind. Darin erwähnt sie auch Rockstar-Chef Sam Houser. Wichtig ist dabei: Gegen Houser selbst wird kein Vorwurf erhoben. Vielmehr heißt es, er habe von der mutmaßlichen Misshandlung Ransomes durch Benzies gewusst. Als Beispiel schildert Ransome, Benzies habe ihr öffentlich Geld zugeworfen, als wäre sie eine „Prostituierte“, um sie zu demütigen. Houser sei darüber informiert gewesen.
Benzies weist alle Vorwürfe entschieden zurück. In einer gegenüber Kotaku veröffentlichten Stellungnahme erklärt er:
Diese Anschuldigungen sind falsch. Ich hatte mit dieser Person eine drei Monate dauernde einvernehmliche Beziehung. Ich habe Jeffrey Epstein niemals getroffen, war nie auf seiner Insel oder seinen Anwesen und bin auch nie mit seinem Flugzeug gereist. Jede anderslautende Darstellung ist irreführend.
Derzeit ist Benzies Mitgründer des Studios Build a Rocket Boy, das kürzlich mit MindsEye sein erstes Spiel veröffentlicht hat – einen futuristischen Third-Person-Shooter, der selbst Gegenstand von Spekulationen ist, da Gerüchte über eine problematische Entwicklung und einen holprigen Start kursieren. Ein YouTuber namens Cyber Boi veröffentlichte dazu ein Video mit dem Titel „Leslie Benzies is in the Epstein Files“ und teilte es auf dem offiziellen MindsEye-Discord-Server.
Kurz darauf reagierte Mark Gerhard, Co-CEO von Build a Rocket Boy, mit einer „formellen Unterlassungsaufforderung“ an den YouTuber, die er ebenfalls über Discord teilte. Er warf ihm unter anderem „Medienmanipulation“, „Spionage“, „Sabotage“ sowie gezielte „Störmaßnahmen“ gegen das Studio vor. Cyber Boi entfernte das Video daraufhin aus Sorge vor einer möglichen „eskalierenden rechtlichen Auseinandersetzung“.
Dabei ist festzuhalten: Auch wenn die Vorwürfe in den Akten auftauchen, werden sie bislang durch kein Gerichtsurteil oder behördliches Vorgehen gestützt. Es handelt sich weiterhin um Anschuldigungen, solange nichts Gegenteiliges bewiesen ist. Mit Blick auf GTA VI, das sich anschickt, die größte Videospielveröffentlichung des Jahres 2026 zu werden und den Umfang seines weiterhin populären Vorgängers zu übertreffen, stehen Entwickler und Produzenten bei Rockstar derzeit besonders im Fokus.
Das gilt umso mehr nach Vorwürfen zu geleakten Arbeitsinhalten und unfairen Entlassungen in Großbritannien, die aus einem Konflikt zwischen entlassenen Entwicklern und dem Studio resultierten. Gleichzeitig durchforsten Fans das Internet nach jeder noch so kleinen Neuigkeit zu GTA VI und Rockstar – bis zur geplanten Veröffentlichung im November 2026.













