Während das Studio selbst äußerst zurückhaltend mit Details zu seinen Plänen ist, haben Verantwortliche von Rockstar Games wiederholt Zurückhaltung beim Einsatz generativer KI signalisiert. Auch Take-Two Interactive-CEO Strauss Zelnick spielte die kreative Rolle der Technologie bei GTA 6 öffentlich herunter. Ein aktuelles Gerichtsverfahren legt nun jedoch nahe, dass zumindest ein entlassener Mitarbeiter interne Bedenken gegenüber diesen Tools hatte.
Zusammenfassung des Rechtsstreits um Rockstar Games
Der YouTube-Kanal People Make Games sichtet Beweismaterial vom britischen Arbeitsgericht. Mehr als 30 ehemalige Beschäftigte fordern ausstehende Lohnzahlungen, nachdem sie wegen angeblichen „schweren Fehlverhaltens“ entlassen worden waren. Im Zentrum des Verfahrens stehen Chatprotokolle eines Discord-Servers der Gewerkschaft Independent Workers of Great Britain (IWGB).
Die gewerkschaftsnahen Mitarbeiter betonen, die Gespräche hätten sich vor allem um Arbeitsbedingungen gedreht. Rockstar hingegen argumentiert, dass dabei vertrauliche Informationen preisgegeben worden seien – darunter angebliche GTA 6-Leaks zu neuen Features. People Make Games sichtete zahlreiche Nachrichten. Darunter befand sich auch eine Meldung, die auf einen Multiplayer-Modus mit bis zu 32 Spielern verweist. Ein Großteil der Diskussionen drehte sich laut Bericht jedoch um interne Beschwerden und Kritik am Studioalltag.
In einer am 20. Februar 2025 versendeten Nachricht kommentierte ein ehemaliger Mitarbeiter offenbar ein internes Büro-Memo. Darin heißt es sinngemäß: „Ich würde gerne wissen, welche Einsatzmöglichkeiten von generativer KI von der Rechtabteilung bereits abgesegnet wurden – aber vielleicht will ich es auch lieber nicht wissen.“
Während große Publisher wie Microsoft und Electronic Arts massiv in KI-Technologien investieren, wächst bei vielen Entwicklern die Sorge um ihre Arbeitsplätze. Generative KI kann bereits heute bei Qualitätssicherung und Fehlersuche helfen oder Assets erzeugen, ohne dass dafür klassische Personalkosten anfallen. Möglich ist, dass Rockstar Games die Technologie bislang nur für einfache, unterstützende Aufgaben wie Termin- oder Ablaufplanung in Betracht zieht. Dennoch könnte der betroffene Mitarbeiter befürchtet haben, dass KI langfristig deutlich mehr Verantwortung übernimmt.
Wie GTA 6 KI nutzen könnte
Sowohl Take-Two-CEO Strauss Zelnick als auch Rockstar-Mitgründer Dan Houser haben sich in Interviews klar dagegen ausgesprochen, KI als Ersatz für menschliche Künstler einzusetzen. Stattdessen sehen sie die Technologie primär als Werkzeug zur Effizienzsteigerun, nicht zur Gestaltung von Spielwelten oder Karten.
Weitere Leaks aus dem Discord-Server deuten zudem darauf hin, dass das Studio großen Wert auf Präsenzarbeit legte und möglichst viele Beschäftigte im Büro sehen wollte. Rockstar ist bekannt für seinen hohen Perfektionsanspruch, der nach wie vor stark auf menschliche Kontrolle und Feinarbeit angewiesen ist. Wahrscheinlich ist daher, dass GTA 6 maschinelles Lernen vor allem nutzt, um etwa das Verhalten von NPCs realistischer zu gestalten – nicht jedoch für kreative Kernaufgaben.
Da im Gerichtsverfahren umfangreiche Unterlagen eingereicht wurden, könnten noch weitere Details zur Entwicklung des Spiels ans Licht kommen. Rockstar dürfte zwar bemüht sein, weitere GTA 6-Leaks zu verhindern, doch vertrauliche Informationen sind durch die Aktenlage bereits teilweise öffentlich dokumentiert.
















