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Rückschlag für gefeuerte Rockstar Games-Mitarbeiter: Journalist entdeckte GTA 6-Leaks wohl auf Discord

Discord-Anzeige auf einem PC-Bildschirm unterhalb des Logos von Rockstar Games (Bildquelle: Discord, Rockstar Games, bearbeitet)
Discord-Anzeige auf einem PC-Bildschirm unterhalb des Logos von Rockstar Games (Bildquelle: Discord, Rockstar Games, bearbeitet)
Entlassene Mitarbeiter von Rockstar Games erhalten keine Nachzahlungen ihres Gehalts – die Gerichtsverfahren laufen aber noch. Ein britischer Richter befand, dass es bisher keine Beweise für gezieltes „Union-Busting“ (systematisches Vorgehen gegen Gewerkschaften) durch das GTA-6-Studio gibt. Zudem wurde bekannt, dass sich auf dem Discord-Server einer Arbeitsgruppe auch Personen befanden, die keine Mitarbeiter waren, darunter ein Journalist.

Ein britisches Arbeitsgericht hat ehemaligen Mitarbeitern von Rockstar Games eine finanzielle Entschädigung verweigert. Zwar wird das Verfahren gegen das Unternehmen fortgesetzt, doch das aktuelle Urteil zeigt bereits jetzt, dass die Hürden für die Kläger erheblich sind.

Unter anderem kam ans Licht, dass sich auf dem Discord-Server der Gewerkschaft auch Personen befanden, die nicht bei Rockstar angestellt waren. Dies schürt den Verdacht, dass Journalisten Einblick in Leaks zu GTA 6 und andere vertrauliche Informationen erhalten haben könnten.

Wie Bloomberg berichtet, war die Richterin Frances Eccles nicht davon überzeugt, dass die Entlassung der 31 Mitarbeiter ein Akt des „Union Bustings“ (gezielte Bekämpfung von Gewerkschaften) war. Während die Gruppe vorerst keine Entschädigung für Lohnausfälle erhält, kann sie ihre Argumente in künftigen Anhörungen weiterhin vorbringen.

Details zum Discord-Server der Gewerkschaft enthüllt

Die Mitarbeiter waren auf einem Discord-Server aktiv, der mit der Independent Workers’ Union of Great Britain (IWGB) in Verbindung steht. Nach eigenen Angaben diskutierten sie dort lediglich über Probleme mit den Arbeitsbedingungen im Büro und die Gehälter. Rockstar Games, das für die strenge Durchsetzung von Geheimhaltungsvereinbarungen (NDAs) bekannt ist, ist jedoch überzeugt, dass über diesen Kanal Firmengeheimnisse preisgegeben wurden.

Richterin Eccles schloss sich der Position des Studios an und äußerte Bedenken hinsichtlich der Mitgliederliste des Servers, die rund 350 Personen umfasste. Nur etwa die Hälfte von ihnen arbeitete tatsächlich für Rockstar. Unter den übrigen Mitgliedern befand sich ein Autor, der bereits einen Artikel über GTA veröffentlicht hatte. Somit bestand das Risiko, dass sich Leaks zu GTA 6 während der Diskussionen verbreitet haben könnten. Zudem waren drei der Chat-Teilnehmer keine IWGB-Mitglieder und andere wiederum gar nicht entlassen worden.

Rockstar ist noch nicht aus dem Schneider

Trotz des Teilerfolgs wies das Tribunal auf rechtliche Hürden hin, die Rockstar noch nehmen muss. So kritisierte die Richterin in ihrer Entscheidung, dass es keine Anzeichen für eine gründliche Untersuchung oder ein förmliches Berufungsverfahren gab, als die Entlassungen durchgeführt wurden. Zudem steht eine Erklärung des Studios aus, welche konkreten negativen Folgen die Discord-Aktivitäten tatsächlich für das Unternehmen hatten.

Trotz dieses Rückschlags gab sich IWGB-Präsident Alex Marshall kämpferisch. Er sei „zuversichtlicher denn je, dass ein vollständiges Hauptverfahren Rockstars kalkulierten Versuch, eine Gewerkschaft zu zerschlagen, als nicht nur ungerecht, sondern auch rechtswidrig einstufen wird”. Ein Sprecher von Rockstar Games erklärte gegenüber Bloomberg hingegen, das Ergebnis bestätige die Position des Unternehmens.

Nun müssen britische Gerichte abschließend klären, ob das Verhalten der Mitarbeiter ein grobes Fehlverhalten darstellte, wie Rockstar behauptet. Sollten dabei weitere Details zu den GTA-6-Leaks ans Licht kommen, wird das Studio zweifellos alles daran setzen, deren Veröffentlichung zu verhindern.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-01 > Rückschlag für gefeuerte Rockstar Games-Mitarbeiter: Journalist entdeckte GTA 6-Leaks wohl auf Discord
Autor: Adam Corsetti, 13.01.2026 (Update: 13.01.2026)