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GOGs neuer Eigentümer: Steam gewinnt durch Bequemlichkeit, nicht durch Qualität – Kritik an hunderten täglichen Veröffentlichungen

Steam-Logo. (Bildquelle: Valve)
Steam-Logo. (Bildquelle: Valve)
Steam dominiert den PC-Gaming-Markt weiterhin sowohl bei der Nutzerzahl als auch beim Umsatz. Der neue Eigentümer von GOG führt diesen Erfolg jedoch vor allem auf die hohe Bequemlichkeit der Plattform zurück – nicht auf die Qualität des Spieleangebots. GOG wolle demnach nicht mit der schieren Größe von Steam konkurrieren, sondern sich über eine kuratierte Auswahl aus Klassikern und modernen Titeln positionieren.

Steam wächst weiterhin in rasantem Tempo. Vor wenigen Tagen stellte die Plattform einen neuen Rekord auf und überschritt erstmals die Marke von 42 Millionen gleichzeitig aktiven Nutzern. Auch wirtschaftlich schloss Steam das Jahr 2025 auf einem Höchststand ab: Allein im Dezember wurden mehr als 1,6 Milliarden US-Dollar umgesetzt – der umsatzstärkste Monat in der Geschichte der Plattform.

Trotz dieser Zahlen sieht der neue GOG-Eigentümer Michał Kiciński die Gründe für den Erfolg von Steam nicht in der Qualität der Spiele. Entscheidend sei aus seiner Sicht vor allem die einfache Nutzung und der hohe Komfort der Plattform.

"Steam gewinnt vor allem durch seine einfache Bedienung. In diesem Bereich lässt sich bei GOG noch viel verbessern, ohne dabei die eigenen Grundwerte oder die grundsätzliche Arbeitsweise aufzugeben."

Kiciński ist Mitgründer von CD Projekt Red und verließ das Studio 2010 verließ. 2025 übernahm er dann GOG. In einem aktuellen Gespräch mit Games Industry erklärt er, dass viele Steam aufgrund seines rund 80-prozentigen Marktanteils als nahezu uneinholbar betrachten. Er selbst sieht darin jedoch keinen uneingeschränkten Vorteil: Eine derart dominante Position mache es langfristig schwieriger, den Markt dauerhaft zu verteidigen.

Kiciński verweist zudem auf die Schwierigkeiten anderer Plattformen, sich neben Steam zu behaupten – darunter auch Epic Games, das trotz hoher Investitionen die Marktposition von Steam bislang nicht ernsthaft erschüttern konnte. Steam sieht er dabei als einzigen großen Konkurrenten. Der enorme Marktanteil mache es langfristig sogar einfacher, Teile davon zu erobern. 

"Ich sehe eher Chancen als Nachteile – das liegt in meiner Natur. Und ich sehe enormes Potenzial für das Wachstum von GOG. Manche würden sagen, ein Konkurrent wie Steam mit 80 Prozent Marktanteil sei ein riesiges Hindernis. Für mich ist es genau das Gegenteil. Ich denke: Da ist ein großer Wettbewerber – für ihn wird es schwierig, diesen Markt zu verteidigen, weil er bereits 80 Prozent hält. Gerade deshalb müsste es leichter sein, ihm Marktanteile abzunehmen."

Zudem übt Kiciński leise Kritik an Steams Umgang mit Neuveröffentlichungen. Die Plattform nehme täglich Hunderte neuer Spiele auf, von denen viele seiner Ansicht nach keine besonders hohe Qualität aufweisen. GOG positioniere sich bewusst anders und setze auf eine stark kuratierte Plattform mit sorgfältig ausgewählten Titeln statt auf schiere Masse.

"GOG ist eine stark kuratierte Plattform – das ist eine unserer zentralen Stärken. Wir veröffentlichen nicht täglich Hunderte Spiele, von denen 95 Prozent qualitativ nicht überzeugen."

Zugleich betont Kiciński, dass GOG nicht den direkten Schlagabtausch mit Steam suche. Statt „mit Goliath zu ringen“ wolle er eine Plattform aufbauen, die klar für etwas Eigenständiges steht. Zwar erkennt er an, dass Steam vieles richtig macht, stellt jedoch infrage, wofür die Plattform inhaltlich heute eigentlich noch steht.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-01 > GOGs neuer Eigentümer: Steam gewinnt durch Bequemlichkeit, nicht durch Qualität – Kritik an hunderten täglichen Veröffentlichungen
Autor: Abdul Haddi, 13.01.2026 (Update: 13.01.2026)