Durch fehlende DRM-Beschränkungen und eine große Auswahl an Retro-Games hat der GOG-Shop eine loyale Anhängerschaft gewonnen. Die steigende Verwendung von KI-generierter Kunst wird jedoch von einigen treuen Kunden infrage gestellt. GamingOnLinux entdeckte einen Reddit-Post, in dem Spieler einen Banner für den Neujahrsrabatt unter die Lupe nahmen. Mit Beweisen dafür, dass es aus KI-Tools stammt, meldete sich auch der besagte Künstler zu Wort.
Ein seltsames SNES
Der auffälligste Punkt an der Werbegrafik ist eine verschwommene Konsole unten rechts, die stark an ein amerikanisches Super-Nintendo erinnert. Einige Beobachter weisen außerdem darauf hin, dass der Gamer auf dem Bild nicht zum Fernseher schaut. Vielleicht blickt er auch einfach in Richtung des Feuerwerks außerhalb der Fenster. Schließlich wurde der Banner ab Neujahr gezeigt.
Wir haben per Gemini das Bild auf das Vorhandensein einer SynthID geprüft. Das Ergebnis: „Einige oder alle Teile dieses Bildes wurden mit Google AI generiert.“ Damit steht fest: GOG hat Googles Bild-KI beim Erstellen des Bildes verwendet.
Ohne menschliche Kontrolle können KI-Tools immer noch verzerrte Objekte produzieren oder sie unsinnig anordnen. Ein GOG-Teammitglied bestätigte zudem den Einsatz einer Bild-KI. In einem Forenbeitrag identifiziert sich KosmicznaPluskwa als Künstler, der Bilder für den Store erstellt. Er schreibt: „OK, um Klarheit zu schaffen: Das aktuelle Sale-Banner ist komplett KI-generiert. Nicht meine Arbeit. Mehr kann ich dazu nicht sagen.“
KosmicznaPluskwa spricht nicht im Namen des Unternehmens, sondern fühlte sich veranlasst, etwas zu sagen. Der Künstler äußerte Bedenken darüber, wie KI-Kunst immer mehr zum Standard in der Gesellschaft wird. Außerdem enthüllte der GOG-Mitarbeiter, dass das Team, das die Grafiken für die Seite gestaltet, reduziert wurde.
Kann KI den Gewinn von GOG ankurbeln?
Einige Spieler und Kunden sehen in dem KI-Bild einen Versuch, Kosten zu senken. Der GOG-Store generiert zwar noch immer einen hohen Umsatz, jedoch steigen seit 2023 auch die Ausgaben. Der Nettogewinn von GOG schrumpft seit Jahren dahin. Für manche stellt der Einsatz von KI-Kunst kein Problem dar, andere wollen nun GOG den Rücken zuwenden und sich nach anderen Plattformen umsehen. Auch angesichts finanzieller Schwierigkeiten glauben viele Käufer nicht, dass der Einsatz von KI-Kunst die Lösung ist. CD Projekt hat den Marktplatz kürzlich für bescheidene 25,2 Millionen Dollar an Mitbegründer Michał Kiciński verkauft.

















