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Nvidia Chef Jensen Huang stellt Investment in OpenAI infrage – Keine 100 Milliarden für ChatGPT

Jensen Huang at SC18
ⓘ Raysonho, CC0, via Wikimedia Commons
Jensen Huang at SC18
Nvidias geplanter 100-Milliarden-Dollar-Megadeal mit OpenAI steht unerwartet auf der Kippe – doch von einem Zerwürfnis wollen beide Seiten nichts wissen. Update: Nvidia-Chef Jensen Huang betont am Abend in Taipeh, dass er an OpenAI glaubt.

Nvidia hat im September angekündigt, bis zu 100 Milliarden US-Dollar in OpenAI zu investieren. Laut aktuellen Berichten des Wall Street Journals liegt dieser Plan nun mehr oder weniger auf Eis. Das Vorhaben, das CEO Jensen Huang damals als "größtes Computerprojekt der Geschichte" bezeichnete, sah vor, dass Nvidia eine Rechenleistung von mindestens 10 Gigawatt aufbaut und OpenAI finanziell unterstützt, damit das Startup die entsprechenden Chips leasen kann.

Laut Insidern haben interne Zweifel beim Chiphersteller jedoch dazu geführt, dass die Verhandlungen nicht über ein frühes Stadium hinausgekommen sind. Jensen Huang soll gegenüber Branchenkollegen betont haben, dass die ursprüngliche Absichtserklärung unverbindlich war, und kritisierte privat eine mangelnde Disziplin im Geschäftsansatz von OpenAI.

Beide Unternehmen überdenken nun die Zukunft ihrer Partnerschaft. Anstelle des massiven Infrastruktur-Deals konzentrieren sich die aktuellen Gespräche auf eine klassische Kapitalbeteiligung Nvidias im zweistelligen Milliardenbereich im Rahmen der laufenden Finanzierungsrunde von OpenAI. Der Hintergrund dieser Zurückhaltung ist auch der wachsende Konkurrenzdruck: Googles Gemini hat das Wachstum von ChatGPT gebremst und intern für Alarmstimmung gesorgt, während Anthropics "Claude Code" ebenfalls Marktanteile bedroht. Nvidia selbst fährt inzwischen zweigleisig und hat im November Investitionen von bis zu 10 Milliarden Dollar in den Konkurrenten Anthropic zugesagt.

Für OpenAI, das bis Ende 2026 den Börsengang anstrebt, ist das Stocken des Deals ein Rückschlag bei der Sicherung der benötigten Rechenkapazitäten. OpenAI-Chef Sam Altman hatte zuvor von Verbindlichkeiten im Wert von 1,4 Billionen Dollar gesprochen, was Investoren angesichts der Einnahmen nervös machte. 

Dennoch bleibt eine Einigung für beide Seiten wichtig: Nvidia möchte verhindern, dass OpenAI gegenüber Konkurrenten zurückfällt, die wie Google oder Anthropic vermehrt auf eigene Chipsätze wie TPUs oder Amazons Trainium setzen, statt Nvidias GPUs zu nutzen. Parallel dazu verhandelt Amazon Berichten zufolge über eine eigene Investition in OpenAI, die bis zu 50 Milliarden Dollar betragen könnte.

Update: Jensen Huang dementiert Zerwürfnis und konkretisiert Investitionspläne

Nvidia-CEO Jensen Huang hat am Samstag in Taipeh auf die Berichte über ein angebliches Zerwürfnis mit OpenAI reagiert und diese Spekulationen als Unsinn zurückgewiesen. Er betonte ausdrücklich, dass er gerne mit Sam Altman zusammenarbeite und fest an den Erfolg von OpenAI glaube. Allerdings bestätigte Huang, dass die ursprüngliche im Raum stehende Summe von 100 Milliarden Dollar in dieser Form nicht fließen wird. Auf die Frage nach diesem Volumen verneinte er deutlich, kündigte aber dennoch eine "riesige Investition" an, die voraussichtlich die größte in der Geschichte des Chipkonzerns sein wird. Die genaue Höhe der Beteiligung hänge nun von den Entscheidungen bei OpenAI ab, wobei sich Nvidia definitiv an der laufenden Finanzierungsrunde beteiligen wird. Damit entkräftete der Nvidia-Chef die zuvor aufgekommenen Gerüchte über ein Scheitern der Partnerschaft, wenngleich die finanziellen Dimensionen offenbar neu justiert wurden.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-01 > Nvidia Chef Jensen Huang stellt Investment in OpenAI infrage – Keine 100 Milliarden für ChatGPT
Autor: Marc Herter, 31.01.2026 (Update:  1.02.2026)