OpenAI-Chef vergleicht KI-Stromverbrauch mit menschlicher Nahrungsaufnahme: ChatGPT sei effizienter

Auf dem Inda-AI Impact Summit hat sich Sam Altman den kritischen Fragen vom Indian Express gestellt. Kritikern am enormen Energiehunger von KI wollte er mit teils zynischen Aussagen wohl den Wind aus den Segeln nehmen. Es sei unfair, die massiven Trainingskosten eines KI-Modells lediglich gegen die Energie einer einzelnen menschlichen Antwort aufzurechnen. Seine alternative Rechnung, um die Effizienz der KI zu unterstreichen, macht stutzig: Man müsse bedenken, dass ein Mensch erst etwa 20 Jahre leben, lernen und Nahrung konsumieren müsse, bevor er eine ähnlich intelligente Antwort geben könne. Mit dieser fast philosophischen Volte argumentiert er, dass die KI – sobald das Training einmal abgeschlossen ist – bei der Beantwortung einer Frage effizienter sei als der biologische Apparat Mensch. Konkrete eigene Zahlen als Gegenbeweis zu einer älteren, kritischen Rechnung von Bill Gates (etwa eineinhalb iPhone-Akkuladungen pro ChatGPT-Anfrage) blieb Altman schuldig; er tat diese Werte lediglich als völlig realitätsfremd ab.
Ähnlich resolut wischte der OpenAI-Chef Bedenken zum Wasserverbrauch von Rechenzentren vom Tisch. Berichte über einen exorbitanten Wasserbedarf pro Suchanfrage seien schlicht falsch und "fake", da moderne Anlagen längst keine Verdunstungskühlung mehr nutzen würden – eine pauschale Entwarnung, die angesichts lokaler Wasserknappheiten in einigen Rechenzentrums-Hotspots zumindest diskussionswürdig ist. Dennoch kam Altman nicht umhin, den immensen und stetig wachsenden Gesamtenergiebedarf der Branche als echtes Problem anzuerkennen. Seine Lösung liegt jedoch nicht im Sparen, sondern im massiven Ausbau externer Infrastruktur: Atom-, Wind- und Solarenergie müssten dringend her. Von futuristischen Ausweichmanövern wie Rechenzentren im Weltraum hält er in diesem Jahrzehnt aufgrund der Kosten allerdings nichts.
Ganz im Sinne des eigenen Geschäftsmodells baute Altman zudem gehörigen Druck auf die Wirtschaft auf. Unternehmen, die jetzt noch jahrelang Strategien entwickeln, statt KI sofort zu implementieren, begingen einen katastrophalen Fehler, da die Technologie enorme Geschwindigkeit erfordere – ein klares Signal, die OpenAI-Produkte lieber früher als später zu integrieren. Auch für Arbeitnehmer hatte er wenig beruhigende Nachrichten: Das manuelle Schreiben von C++-Code sei faktisch Geschichte, Programmierer müssten sich auf ein höheres Abstraktionsniveau einstellen. Solche disruptiven Umbrüche dürften sich künftig noch beschleunigen, denn laut Altman rückt eine allgemeine künstliche Intelligenz (AGI) bereits in greifbare Nähe.



















