Wer auf Teufel komm raus maschinelles Lernen in den eigenen Betrieb drückt, erlebt oft ein böses Erwachen. Genau hier liefert der neue Global Security Report von Fastly jetzt Zahlen, die man eigentlich gar nicht lesen möchte. Zusammen mit Sapio Research hat man Ende 2025 weltweit 2.000 IT-Entscheider befragt. Was am Ende herauskam, dreht das ewige Heilsversprechen der Tech-Industrie komplett auf links. Ausgerechnet jene Firmen, die Künstliche Intelligenz am schnellsten in ihr Kerngeschäft gepflanzt haben, zahlen jetzt eine absurde Innovationssteuer. Diese AI-First-Betriebe sind bei IT-Attacken nicht bloß deutlich anfälliger, sie bekommen die Probleme im Nachgang auch viel schlechter wieder in den Griff.
Man muss sich das auf der Zunge zergehen lassen: Ein klassisches Unternehmen braucht nach einem schweren Cyber-Treffer grob 3,9 Monate, bis der Laden wieder normal läuft. Wer dagegen voll auf den KI-Zug aufgesprungen ist, hängt satte 6,8 Monate in den Seilen. Das sind fast 80 Tage zusätzliches Chaos im Tagesgeschäft. Die Konsequenzen für die Bilanz sind verheerend. Laut der Studie knallt es bei den finanziellen Schäden richtig: Technologisch voll aufgerüstete Organisationen verbuchen hier ein Minus, das glatt 135 Prozent höher liegt. Unterm Strich verbrennen diese Firmen im Schnitt 3,13 Prozent ihres Jahresumsatzes. Eine eher konservativ tickende Firma verliert im selben Szenario nur 1,33 Prozent. Zudem rutschen zwei Drittel der befragten Betriebe innerhalb von läppischen drei Monaten direkt ins nächste ernsthafte Datenleck.
Es sind aber gar nicht immer die klassischen Hacker, die das Konto leerräumen. Ein völlig unterschätzter Kostentreiber ist der pure Ressourcenhunger durch externe Automatisierungs-Tools. Satte 64 Prozent der Betriebe stöhnen über explodierende Ausgaben bei der Infrastruktur. Schuld daran ist oft schlicht das KI-Scraping. Da saugen pausenlos automatisierte Bots das Netz leer, weil sie frische Trainingsdaten brauchen. Dieser Dauerbeschuss bringt die eigenen Server extrem ins Schwitzen. Branchenübergreifend kostet das den Betrieb im Jahr mal eben 350.000 US-Dollar extra. Banken und Finanzdienstleister trifft es noch härter, hier schießen die Kosten für dieses Bot-Dauerfeuer auf über 442.000 US-Dollar hoch.
Ein weiteres unkontrollierbares Risiko stellt die "Schatten-KI" dar. Darunter versteht man die unautorisierte Nutzung von generativen KI-Tools durch Mitarbeiter ohne Freigabe der IT-Abteilung. Diese gefährliche Praxis tritt in KI-fokussierten Firmen um 31 Prozent häufiger auf. Erschwerend kommt hinzu, dass bei einem Vorfall oft völlige Unklarheit darüber herrscht, wer eigentlich zuständig ist. Mangels klarer Prozesse wird die Verantwortung im Notfall ungeprüft an den Chief Information Security Officer delegiert. Um diese Lawine aufzuhalten, bleibt den IT-Abteilungen momentan gar nichts anderes übrig, als Budgets radikal in Richtung API-Sicherheit und Web Application Firewalls umzuschichten.













