Erstes 512GB DDR5 RAM Speichermodul der Welt startet

Micron hat nach eigenen Angaben den weltweit ersten DDR5-RDIMM mit 512GB vorgestellt. Das Server-Speichermodul mit besonders hoher Kapazität ist für KI-, Datenbank-, Analyse- und Simulationsanwendungen vorgesehen. Es soll Datenraten von bis zu 9.200 MT/s erreichen und mehr als 60 Prozent weniger Strom verbrauchen als eine gleichwertige Konfiguration mit derzeit erhältlichen Modulen.
Die Kapazität von 512GB wird durch vertikal gestapelte DRAM-Dies ermöglicht, die über Silizium-Durchkontaktierungen (TSVs) miteinander verbunden sind. Laut Micron könnte ein Dual-Socket-Server mit 24 Speichersteckplätzen dadurch mit bis zu 12TB DDR5-Arbeitsspeicher ausgestattet werden.
Das größere Modul soll zudem die Effizienz von Servern deutlich steigern. Ein einzelner 512GB-RDIMM ist mit 16 Watt spezifiziert, während vier 128GB-Module mit derselben Gesamtkapazität 44,2 Watt benötigen. Micron zufolge sinkt die Leistungsaufnahme im Betrieb damit um mehr als 60 Prozent.
Die zusätzliche Kapazität ist vor allem für Anwendungen relevant, die sehr große Datensätze im Arbeitsspeicher halten müssen, anstatt sie auf langsamere Speichermedien auszulagern. Micron nennt unter anderem große Sprachmodelle, KI-Inferenz, In-Memory-Datenbanken, Caching-Dienste, Systeme mit besonders vielen CPU-Kernen und virtualisierte Infrastrukturen.
Bei speicherlimitierten Anwendungen verspricht Micron außerdem Leistungsvorteile. In Datenanalysen mit Spark SVM sollen 512GB-RDIMMs eine bis zu 1,4-fache Leistung gegenüber Systemen mit 256GB großen DDR5-Konfigurationen erreichen. Auch Plattformen wie RocksDB und Redis könnten von einem höheren Datendurchsatz und einer besseren parallelen Verarbeitung profitieren. Die tatsächliche Leistung hängt jedoch von der jeweiligen Anwendung und der Server-Hardware ab.
Micron plant, die Serienproduktion der 512GB großen DDR5-RDIMMs abhängig von der Kundennachfrage in der zweiten Jahreshälfte 2027 aufzunehmen. AMD und Intel validieren die Module derzeit für ihre jeweiligen Server-Plattformen der nächsten Generation.






