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Führende Speicherhersteller wegen RAM-Preisabsprachen verklagt

Samsung und die anderen großen RAM-Hersteller werden in den USA verklagt
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Samsung und die anderen großen RAM-Hersteller werden in den USA verklagt
Samsung, Micron und SK Hynix sehen sich in den USA mit einer Sammelklage vor einem Bundesgericht konfrontiert. Darin wird den Unternehmen vorgeworfen, sich abgesprochen zu haben, um das Angebot an Verbraucher-DRAM zu begrenzen und zugleich High-Bandwidth-Memory für KI-Kunden zu priorisieren, wodurch die Preise angeblich um bis zu 700 Prozent gestiegen sind. Der Fall verdeutlicht den zunehmenden Druck auf die Tech-Branche, während die Kläger Schadensersatz und eine gerichtliche Unterlassungsanordnung fordern, da steigende Speicherpreise PCs, Smartphones und Spielkonsolen verteuern.

Den drei großen RAM-Herstellern Samsung, Micron und SK Hynix wird vorgeworfen, sich zur künstlichen Verknappung alltäglicher DRAM-Chips abgesprochen zu haben, die unter anderem in Arbeitsspeichermodulen, PCs, Konsolen und Smartphones eingesetzt werden. Am 25. Juni 2026 ist vor dem US-Bezirksgericht für den Northern District of California eine Sammelklage gegen die drei Unternehmen eingereicht worden.

Laut Law360 behauptet die Klage, die Unternehmen hätten ihre Produktion bewusst auf High-Bandwidth-Memory, kurz HBM, verlagert, vor allem für KI-Hyperscaler und Unternehmenskunden. Dadurch sei die Fertigung von Consumer-RAM nach DDR3-, DDR4- und DDR5-Standard faktisch ausgebremst worden. Die Kläger sprechen von einer "RAMpocalypse", die Verbraucher derzeit zu spüren bekommen.

Seeking Alpha zufolge gehören 14 Privatpersonen und drei kleine PC-Unternehmen zu den Klägern. Sie werfen Samsung, Micron und SK Hynix vor, die zusammen effektiv rund 90 Prozent des weltweiten DRAM-Marktes kontrollieren, die Produktion von "konventionellem" RAM "entgegen jeder wirtschaftlichen und geschäftlichen Logik" zurückgefahren zu haben. Dadurch seien die Preise innerhalb von vier Jahren schätzungsweise um 700 Prozent gestiegen.

Außerdem verweisen die Kläger auf die hohen Markteintrittsbarrieren. Neue Chipfabriken kosten demnach 13,2 bis 17,6 Milliarden Euro und benötigen viele Jahre bis zur Fertigstellung, sodass kein neuer Konkurrent kurzfristig in den DRAM-Markt eintreten könne. Die von der Kartellrechtskanzlei Bathaee Dunne LLP eingereichte Klage strebt den Status als Sammelklage, eine Unterlassungsverfügung gegen künftige mutmaßliche Preisabsprachen sowie Schadensersatz an.

Micron hat im Dezember 2025 öffentlich den Rückzug aus dem Consumer-DRAM-Geschäft angekündigt. Der EVP und Chief Business Officer von Micron Technology erklärte damals:

Das KI-getriebene Wachstum im Rechenzentrum hat zu einem sprunghaften Anstieg der Nachfrage nach Speicher und Datenspeichern geführt. Micron hat die schwierige Entscheidung getroffen, sich aus dem Consumer-Geschäft von Crucial zurückzuziehen, um die Versorgung und Unterstützung unserer größeren strategischen Kunden in schneller wachsenden Segmenten zu verbessern." 

Die Klage verweist ebenfalls auf diese öffentliche Ankündigung und beschreibt sie als Schritt zu einem Zeitpunkt, an dem Micron den "profitabelsten Punkt seiner Geschichte" erreicht habe. Die Klage kommt in einer Phase, in der Tech-Unternehmen und Betriebe weiter unter Kostendruck stehen. Das gilt besonders für Konsolenhersteller wie Sony, Nintendo und Xbox, die bereits Preiserhöhungen für ihre Produktreihen angekündigt haben. Nintendo erhöht  beispielsweise den Preis der Switch 2.

Nintendo-Präsident Shuntaro Furukawa hat sich bereits im Mai zu dem Thema geäußert und erklärt:

Leider sind der jüngste sprunghafte Anstieg der Preise für Speicher und andere Komponenten sowie Veränderungen des Marktumfelds, einschließlich Entwicklungen am Devisenmarkt und beim Ölpreis, alles Faktoren, von denen wir erwarten, dass sie mittel- bis langfristig anhalten werden. Für das nachhaltige Wachstum unseres Geschäfts mit dedizierten Videospielplattformen ist es wichtig, eine gesunde Ertragsstruktur für unser Gesamtgeschäft aufrechtzuerhalten.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-07 > Führende Speicherhersteller wegen RAM-Preisabsprachen verklagt
Autor: Rahim Amir Noorali,  3.07.2026 (Update:  3.07.2026)