Speicher nochmal 20% teurer: Samsung will Preise anheben

Lenovo hat kürzlich gewarnt, dass die Preise für Speicherchips womöglich nie wieder auf ihr früheres Niveau zurückfallen. Für diese Einschätzung hat der Hersteller offenbar Informationen aus der eigenen Lieferkette herangezogen, denn Samsung bereitet Berichten zufolge bereits die nächste Preiserhöhung für Speicher vor. Laut Quellen aus der Lieferkette und Brancheninsidern, auf die sich chinesische und koreanische Medien berufen, plant Samsung, die durchschnittlichen Verkaufspreise für DRAM noch in diesem Quartal um weitere 20 Prozent anzuheben. Demnach hat der Chiphersteller einige Kunden bereits mündlich über den Schritt informiert.
Dabei handelt es sich offenbar nicht um einen einmaligen Preissprung. Die gesamte südkoreanische Speicherchipbranche soll darauf drängen, die durchschnittlichen Verkaufspreise für Standard-DRAM gegenüber dem Vorquartal um 20 Prozent zu erhöhen. Begründet wird der Schritt mit dem Ziel, die Gewinne angesichts anhaltender Lieferengpässe durch Investitionen in KI-Infrastruktur weiter zu maximieren. Gleichzeitig sehen sich Samsung und SK Hynix bereits mit einer Sammelklage konfrontiert, in der es um mögliche Preisabsprachen und die Priorisierung margenstarker HBM4-KI-Speicherchips geht, während der weniger profitable Endkundenmarkt vernachlässigt worden sein soll.
Der durchschnittliche Verkaufspreis für Samsungs DRAM ist allein im ersten Quartal des Jahres um mehr als 90 Prozent gestiegen, im zweiten Quartal folgte ein weiterer Anstieg um 50 Prozent. Die zusätzlichen 20 Prozent im dritten Quartal würden daher bereits auf einer deutlich höheren Ausgangsbasis greifen. Für Käufer neuer Laptops, Smartphones oder GPUs ist vor allem relevant, dass diese Entwicklung zunehmend im Einzelhandel ankommt. Apple erhöht die Preise für MacBooks und iPhones und verweist darauf, die drastisch gestiegenen Chipkosten nicht länger selbst auffangen zu können, weshalb sie an Kunden weitergegeben werden.
Laut dem Marktforschungsunternehmen TrendForce bleibt das DRAM-Angebot auch im laufenden Quartal knapp. Der Anstieg der Abnahmepreise soll wegen der nachlassenden Nachfrage zwar auf 13 bis 18 Prozent sinken, während bei NAND ein Plus von 10 bis 15 Prozent erwartet wird. Für die 8GB großen LPDDR5X-Chips von Samsung, die aktuell bei Amazon reduziert sind, wird im dritten Quartal jedoch ein Preissprung um 20 Prozent erwartet. Analysten zufolge dürften dadurch die Einzelhandelspreise für Unterhaltungselektronik weiter steigen und die Nachfrage zusätzlich belasten. Die Smartphone-Auslieferungen sollen 2026 drastisch um 11 Prozent zurückgehen.
Kurz gesagt dürften speicherintensive Geräte wie Gaming-Laptops, Premium-Ultrabooks oder Flaggschiff-Smartphones in der zweiten Jahreshälfte 2026 weiter teurer werden, da die KI-getriebene Nachfrage aus Rechenzentren nicht nachzulassen scheint.








