Samsung: Streik könnte Speicherpreise noch weiter steigen lassen, Streit um Profite eskaliert

Die Nachfrage aus KI-Rechenzentren hat bei Chipherstellern wie Samsung für einen Umsatzsprung gesorgt. Nun setzen sich die Beschäftigten, die diese Komponenten produzieren, für einen größeren Anteil an den Gewinnen ein. Die laufenden Verhandlungen sind erneut ins Stocken geraten, während die ohnehin hohen Speicherpreise durch jeden Produktionsstopp zusätzlich bedroht werden.
Tom’s Hardware hat über einen Bericht der britischen Financial Times berichtet. Die Mitarbeiter scheinen bereit zu sein, einen vom Unternehmen angebotenen Anteil von 13 Prozent am Gewinn anzunehmen. Samsung zögert allerdings, diese Zusatzleistung jährlich fest zuzusagen. Beide Seiten könnten unterschiedliche Einschätzungen dazu haben, wie lange der KI-Boom anhält.
Die Mitarbeiter argumentieren, dass der große Konkurrent SK Hynix deutlich höhere Boni an seine Beschäftigten ausgezahlt hat. Die Samsung-Gewerkschaft hat außerdem eine Lohnerhöhung um 7 Prozent gefordert und verlangt, die Obergrenze von 50 Prozent für Boni abzuschaffen.
Streik könnte fragilen DRAM-Markt erschüttern
Die Branche hat die Folgen eines vorübergehenden Produktionsstopps bereits erlebt. Am 23. April haben rund 40.000 Gewerkschaftsmitglieder aus Protest ein Werk in Pyeongtaek verlassen. Schätzungen zufolge ist die Produktion während der kurzen Unterbrechung um bis zu 58 Prozent gesunken. Eine längere Pause könnte die Speicherknappheit verschärfen und die Preise letztlich weiter steigen lassen.
Falls die Forderungen der Gewerkschaft nicht erfüllt werden, droht zwischen dem 21. Mai und dem 7. Juni ein 18-tägiger Streik. Für den schlimmsten Fall hat ein Analyst der Financial Times eine düstere Prognose abgegeben. Der Chiphersteller könnte bis zu 10 Milliarden Euro verlieren, während Konkurrenten profitieren.
Obwohl KI-Unternehmen auf High Bandwidth Memory (HBM) abzielen, würden die Folgewirkungen auch andere DRAM-Produkte treffen. Gamer und PC-Bauer sind bereits frustriert über die unangemessen hohen Preise für DDR5-Speicher. Erschwerend kommt hinzu, dass nur wenige Hersteller die Welt mit Modulen versorgen. SK Hynix und Micron hätten Schwierigkeiten, ein schrumpfendes Angebot infolge eines Samsung-Streiks auszugleichen.
Quelle(n)
Tom's Hardware, Financial Times (Paywall), Pirat_Nation X account

















