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KI-Boom: "Günstiger" neuer DDR5-RAM kostet jetzt mehr als der von Samsung

KingBank RAM-Module mit CXMT Speicher
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KingBank RAM-Module mit CXMT Speicher
Der Markteintritt von CXMT ist von vielen in der Gaming- und Serverbranche als Rettung und stabilisierende Kraft für den von steigenden Speicherpreisen belasteten Markt begrüßt worden. Sollten die aktuellen Preise Aufschluss über die Absichten des Unternehmens geben, dürfte CXMT jedoch keine dieser Erwartungen erfüllen.

Seit Ende 2025 und im Verlauf des Jahres 2026 haben viele PC-Nutzer, Reparaturbetriebe und Enthusiasten auf eine Alternative in der anhaltenden DRAM-Krise gehofft. Die stark gestiegenen Preise haben den Kauf von günstigem DDR5-RAM nahezu unmöglich gemacht. Große Erwartungen haben dabei auf DRAM aus chinesischer Produktion geruht, der die scheinbar endlose Preisspirale endlich stoppen sollte.

Auf dem Papier hat diese Annahme plausibel gewirkt: Ein neuer Konkurrent hätte durch zusätzlichen Wettbewerb mit den drei großen DRAM-Herstellern Micron, SK Hynix und Samsung die RAM-Preise insgesamt stabilisieren können. Das Angebot würde steigen und die Preise würden sinken.

Die chinesischen DRAM-Hersteller verfolgen jedoch offenbar eine andere Preisstrategie. Ein mit CXMT-Chips bestücktes 64GB-DDR5-5600-RDIMM kostet im Handel derzeit umgerechnet bis zu 2.500 Euro. Damit ist es sogar teurer als ein vergleichbares Samsung-RDIMM mit denselben Spezifikationen, obwohl bereits deutlich günstigere Alternativen erhältlich sind. Statt bestehende Produkte preislich zu unterbieten, positioniert CXMT seine Module im Premiumsegment. Diese Entwicklung ist inzwischen in der gesamten Branche häufiger zu beobachten.

Mittlerweile zeichnet sich dieses Muster deutlich ab. Wie OC3D berichtet, hat Chris Xia, Regionalmanager von Lexar für Australien und Neuseeland, auf der Computex 2026 davor gewarnt, dass die derzeitige Entspannung bei den Preisen nicht lange anhalten werde. Seine Einschätzung ist eindeutig ausgefallen: "Wer Speicher benötigt, sollte ihn jetzt kaufen. Auf niedrigere Preise zu warten, lohnt sich nicht, denn diese wird es in den nächsten Jahren nicht geben."

Ein "Marktstabilisator" könnte Wunschdenken bleiben

Laut Reuters sind etwa zur gleichen Zeit Berichte aufgetaucht, wonach CXMT den Preis seiner 64GB-DDR5-Servermodule über Samsungs Richtwert von rund 1.200 Dollar angehoben hat. Selbst als der chinesische Smartphone- und Notebook-Hersteller Huawei um einen Rabatt gebeten hat, ist CXMT beim angesetzten Preis geblieben.

CXMT hat seinen Einfluss auf dem Technikmarkt schrittweise ausgebaut und dadurch mehr Verhandlungsmacht gewonnen. Yuan Yuwei, Hedgefondsmanager bei Trinity Synergy Investments, hat die Bewertung des Unternehmens deutlich kritisiert: "Die CXMT-Aktie ist zu teuer und riecht nach Spekulation. Ob der Optimismus von Dauer ist, lässt sich nur schwer sagen."

CXMT verwendet zudem weiterhin ältere Fertigungs-Nodes als Samsung, Micron und SK Hynix. Die betreffenden Chips verbrauchen daher mehr Strom und erreichen eine geringere Spitzenleistung. Berichten zufolge bietet CXMT-RAM außerdem nur wenig Übertaktungspotenzial. Für die meisten Serverkunden dürfte das jedoch eine untergeordnete Rolle spielen, da eine stabile und planbare Versorgung wichtiger ist.

Da KI-Rechenzentren und Hyperscaler einen immer größeren Anteil der Waferkapazitäten in der Technikbranche beanspruchen, hat CXMT kaum einen Anreiz, seine Produkte günstiger anzubieten. Das Unternehmen will seine Fertigungskapazität von monatlich 200.000 auf 600.000 Wafer erhöhen, sobald neue Werke in Hefei und Shanghai den Betrieb aufnehmen. Zudem hat CXMT bereits Verträge mit chinesischen PC-Herstellern abgeschlossen, die bis 2027 laufen.

Die Erwartungen an CXMT als ausgleichende Kraft und Preissenker sollten daher nicht zu hoch ausfallen. Das Unternehmen hat den Druck auf die RAM-Versorgung zwar teilweise verringert, bei durchschnittlichen Verbrauchern sind die Vorteile bislang jedoch kaum angekommen.

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-07 > KI-Boom: "Günstiger" neuer DDR5-RAM kostet jetzt mehr als der von Samsung
Autor: Rahim Amir Noorali, 27.07.2026 (Update: 27.07.2026)