Der Billionen-Dollar-Club, mit dem niemand gerechnet hat: Micron Technology und SK Hynix schließen zu Samsung auf

Vor zwei Jahren galt der RAM-Markt als einer der wenigsten vielversprechenden Bereiche der Halbleiterindustrie. Ein etabliertes Geschäft mit geringen Margen, geprägt von Meldungen über Preisverfälle und Überbestände. Heute hat KI die Branche jedoch grundlegend verändert: Der US-Hersteller Micron Technology und der südkoreanische Speicherproduzent SK Hynix überschritten kürzlich innerhalb von nur 24 Stunden die Marke von einer Billion US-Dollar Börsenwert – ein Meilenstein, den Samsung bereits einige Wochen zuvor erreicht hatte. Damit erzielten erstmals in der Geschichte die drei größten Speicherhersteller der Welt gleichzeitig eine der höchsten Börsenbewertungen überhaupt. Der Wert von Micron stieg an der Wall Street um 19 Prozent und verzeichnete damit den größten Tagesgewinn seit 2011. Auslöser war unter anderem die Großbank UBS, die ihr Kursziel für das Unternehmen von 535 auf 1.625 US-Dollar anhob. Auch die Aktie von SK Hynix legte deutlich zu und signalisiert damit einen neuen Boom im Technologiesektor.
Der wichtigste Treiber dieser Entwicklung ist HBM (High Bandwidth Memory), ein spezieller Hochleistungsspeicher, der vor allem in GPUs von AMD und insbesondere Nvidia zum Einsatz kommt. Diese Chips verarbeiten die enormen Datenmengen, die für den Betrieb großer KI-Modelle erforderlich sind. Micron erzielte im zweiten Quartal des Geschäftsjahres 2026 laut den im März veröffentlichten Zahlen einen Umsatz von 23,86 Milliarden US-Dollar – ein Plus von 196 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal. Für das dritte Quartal 2026 rechnet das Unternehmen sogar mit einem Anstieg auf 33,5 Milliarden US-Dollar Umsatz.
Diese Entwicklung hat auch direkte Folgen für Verbraucher. Da die Hersteller einen großen Teil ihrer Produktionskapazitäten auf KI-Speicher verlagern, stehen weniger Ressourcen für die Fertigung herkömmlicher DRAM- und NAND-Speicher zur Verfügung, die in Laptops, Desktop-PCs und Smartphones eingesetzt werden. Das führt weltweit zu steigenden Preisen. Dell-Chef Michael Dell warnte bereits öffentlich davor, dass die Nachfrage nach diesen Speicherlösungen voraussichtlich mindestens bis 2028 das verfügbare Angebot übersteigen wird. Die Folge könnten anhaltende Engpässe bei DRAM- und NAND-Speicher sowie weitere Preissteigerungen sein. Für Verbraucher dürfte Technik in den kommenden Jahren damit spürbar teurer werden.









