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„Die Zukunft ist hier“: Darum braucht dieser humanoide Roboter vier Arme

Der humanoide Roboter Helios von Orbit Robotics hat vier Arme, verzichtet aber auf Beine, weil er diese im Weltall nicht braucht.
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Der humanoide Roboter Helios von Orbit Robotics hat vier Arme, verzichtet aber auf Beine, weil er diese im Weltall nicht braucht.
Ein humanoider Roboter mit vier Armen – aber ohne Beine? Was auf den ersten Blick eher ulkig wirkt, hat einen praktischen Grund: Der Helios-Roboter von Orbit Robotics ist auf den Einsatz in der Schwerelosigkeit ausgelegt und braucht keine Beine zum Stehen oder Laufen.

Am 21. Mai 2026 hat das Schweizer ETH-Fokusprojekt Orbit Robotics das Modell Helios vorgestellt. Betitelt wurde das Video mit „Die Zukunft ist hier“, was an dieser Stelle gar nicht fehl am Platz wirkt. Helios versprüht tatsächlich etwas mehr Science-Fiction-Charme als bekannte humanoide Roboter wie Teslas Optimus oder Unitrees G1, denn er ist speziell für den Einsatz im All konzipiert. 

Der Orbit Robotics Helios soll künftig Astronauten auf Raumstationen unterstützen. Laut Hersteller geht viel Zeit für Arbeiten verloren, die zwar notwendig, aber wissenschaftlich wenig wertvoll sind. Dazu gehören etwa Fracht- und Inventarabläufe, wie zum Beispiel das Entladen von Lieferungen, das Sortieren von Ausrüstung oder das Erfassen von Beständen. ORBIT nennt rund 35 Prozent der Crewzeit für Wartungsaufgaben – etwa 50 Stunden für einen einzelnen Frachtentladezyklus und Arbeitskosten von rund 140.000 US-Dollar pro Astronautenstunde. Helios soll die Arbeit im All kostengünstiger und effizienter machen. Aber warum braucht der Roboter dafür vier Arme?

Arme sind in der Schwerelosigkeit nützlicher als Beine

Stehen und Laufen sind Dinge, die nur bei Gravitation funktionieren. Beine sind in der Schwerelosigkeit praktisch nutzlos und könnten höchstens zum Abstoßen dienen. Deshalb ersetzt Orbit Robotics die Beine seines humanoiden Roboters kurzerhand durch zwei weitere Arme, die in der Schwerelosigkeit beziehungsweise bei Mikrogravitation von wesentlich größerem Nutzen sind. Damit soll der Roboter sich in Stationsinnenräumen bewegen, Position halten und gleichzeitig Aufgaben erledigen können.

Auch technisch ist Helios spannend aufgebaut. Die Arme werden nicht klassisch über schwere Motoren direkt an den Gelenken bewegt, sondern über eine sehnengetriebene Konstruktion. Die Motoren sitzen nah an den Schultern, während Spulen, Kabel und Umlenkmechanismen die Kraft an die Gelenke weitergeben. Das soll die Arme leichter machen und für geschmeidigere Bewegungen sorgen. Eine wichtige Rolle spielt dabei ein sogenanntes Rolling Contact Joint am Ellenbogen. Dieses Gelenk soll Kraft mit Nachgiebigkeit verbinden – also robust genug für Arbeitseinsätze sein, aber gleichzeitig kontrollierte und weiche Bewegungen ermöglichen.

Quelle(n)

Orbit Robotics via YouTube

Orbit Robotics

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> Notebook Test, Laptop Test und News > News > Newsarchiv > News 2026-05 > „Die Zukunft ist hier“: Darum braucht dieser humanoide Roboter vier Arme
Autor: Marius Müller, 23.05.2026 (Update: 23.05.2026)