Excel 2016 bis 2024: Das September-Update bricht Kopieren und Einfügen

Wer am Dienstag vergangener Woche die Office-Updates eingespielt hat, kann in Excel unter Umständen nichts mehr einfügen. Der Befehl läuft ins Leere. Die Quellzelle bleibt markiert, das Ziel bleibt unverändert, und einen Hinweis darauf gibt es nicht. Kein Piepton, keine Fehlermeldung. Microsoft hat den Fehler inzwischen selbst bestätigt.
Microsoft räumt den Fehler in der eigenen Update-Beschreibung ein
Das Sicherheitsupdate KB5002914 kam am 8. September, zusammen mit dem übrigen September-Patchday. Zwei Tage später trug Microsoft einen bekannten Fehler in die Beschreibung des Updates nach. Dort steht, dass der Einfügevorgang in Excel 2024, 2021, 2019 und 2016 stillschweigend fehlschlagen kann, dass die Quelle markiert bleibt und das Ziel unverändert. Betroffene bekommen keinerlei Rückmeldung, weder einen Signalton noch eine Fehlermeldung. Man untersuche das Problem und werde weitere Informationen nachreichen, sobald sie vorliegen.
An diesem Stand hat sich bis heute nichts geändert, ein Termin für die Korrektur steht nicht in der Beschreibung.
Nicht nur das Einfügen hakt
In den Fehlerberichten taucht mehr auf. Nutzer melden, dass sich Formeln nicht mehr über eine Spalte ziehen lassen und dass das Kopieren ganzer Tabellenblätter innerhalb einer Datei hängt. In einem Fall stürzte Excel mit einer Zugriffsverletzung ab, Fehlercode 0xc0000005. Ein Nutzer von Office LTSC 2021 beschreibt auf Reddit, dass seine VBA-Makros nach dem Update stehen blieben und erst nach dem Rücksetzen auf den vorherigen Build wieder liefen. Auf der Mailingliste patchmanagement.org fragte Susan Bradley in der vergangenen Woche in die Runde, wer dasselbe unter Office 2019 sehe.
Welche Excel-Versionen es trifft
Microsoft nennt Excel 2016, 2019, 2021 und 2024. Das sind die Kaufversionen, unabhängig davon, ob sie per MSI installiert wurden oder über Click-to-Run kommen. Auch die LTSC-Ausgaben von Office 2021 und 2024 stehen in den Leserberichten, die Günter Born in seinem Blog gesammelt hat.
Microsoft 365 steht nicht auf dieser Liste. Aus einem deutschen Administratorenforum gibt es eine einzelne Meldung über einen Zwischenablage-Fehler in den Microsoft 365 Apps for Business, Version 2608, Build 20326.20144. Dort ließ sich die kopierte Zeile innerhalb von Excel weiterhin einfügen, auch in eine andere Arbeitsmappe. Der im selben Haus verteilte Monatliche Enterprise Channel mit Build 20326.20142 blieb unauffällig. Ein bestätigtes Muster ergibt das nicht, wer mit einem Microsoft-365-Abo arbeitet, ist nach bisherigem Stand außen vor.
Was du jetzt tun kannst
Am schnellsten hilft ein anderer Weg beim Einfügen. Über die rechte Maustaste und Inhalte einfügen landen Werte weiterhin in der Zielzelle. Formate und Formeln bleiben dabei auf der Strecke, für kurzfristiges Arbeiten reicht es.
Bei einer MSI-Installation lässt sich KB5002914 deinstallieren, danach arbeitet Excel wieder wie vorher. Bei Click-to-Run geht das nicht einzeln, dort muss die gesamte Office-Installation auf einen älteren Build zurück. Microsoft beschreibt diesen Weg in einem eigenen Supportartikel, gesteuert wird er über OfficeC2RClient.exe mit der gewünschten Zielversion als Parameter.
Eine Sache solltest du sein lassen. In Foren kursiert der Rat, das Update installiert zu lassen und stattdessen nur die Datei excel.exe durch eine ältere zu ersetzen. Einzelne Office-Dateien gegeneinander auszutauschen kostet Stabilität und Kompatibilität, und der Sicherheitsstand der Installation ist danach nicht mehr nachvollziehbar.
Der Rückbau hat einen Preis
Mit KB5002914 schließt Microsoft 29 Schwachstellen in Excel, darunter mehrere, über die sich Code aus der Ferne ausführen lässt, und weitere, die Informationen preisgeben. Wer das Update entfernt, holt sich diese Lücken zurück. An einem Arbeitsplatz, an dem täglich fremde Tabellen aus dem Postfach geöffnet werden, ist das eine schlechte Rechnung. Wer ausschließlich eigene Dateien bearbeitet, kann das Risiko anders bewerten. Dass ein Sicherheitsupdate wieder heruntermuss, damit der Rechner normal arbeitet, gab es bei Microsoft zuletzt im Januar.
Bis Microsoft nachbessert, bleibt der Umweg über Inhalte einfügen die Lösung, die nichts kaputt macht.





