Fairphone 6 wird zum Linux-Smartphone mit Fedora 44 und funktionierenden Kameras

Desktop-Linux auf mobiler Hardware zum Laufen zu bringen, gilt als ausgesprochen schwierig. Dem Entwickler Nick ist dies jedoch auf dem modularen Fairphone 6 gelungen. Damit ist Fedora 44 erstmals auf einem Android-Gerät zu sehen.
Ein Praxisvideo zeigt das Smartphone mit einer flüssig laufenden, für die Touchbedienung optimierten GNOME-Oberfläche, bei der keine spürbaren Verzögerungen auftreten. In den Einstellungen finden sich Bereiche für WLAN, Netzwerk, Multitasking und Darstellung sowie für Maus und Touchpad, Tastatur, Farbverwaltung und Drucker, wie bei einem Desktop-System. Eine Wischbewegung von der oberen Leiste öffnet den Kalender zusammen mit den Schnelleinstellungen. Dort lassen sich WLAN, Nachtlicht, dunkles Design, die Fensteranordnung und die Displayhelligkeit vollständig bedienen. Die Seite "Info" weist das System als Fedora Linux 44 (Forty Four) mit dem Hostnamen fedora aus. Außerdem werden 7,1GB Arbeitsspeicher und 251,5GB interner Speicher korrekt erkannt.
Da es sich noch um eine frühe Portierung handelt, bestehen einige Probleme. Am Ende des Videos führt das Antippen des Papierkorb-Symbols im unteren Dock zu der Fehlermeldung "Fehler beim Starten von 'Papierkorb': Standardanwendung für den Inhaltstyp 'inode/directory' konnte nicht gefunden werden". Dies zeigt lediglich, dass die Verknüpfungen zum standardmäßigen Dateimanager noch nicht korrekt eingerichtet sind.
Eine weitere Demonstration zeigt, dass sich die Kamera-App flüssig öffnet und ohne Absturz zwischen Haupt-, Ultraweitwinkel- und Frontkamera wechselt.
Das Fairphone 6 Plus ist kürzlich offiziell enthüllt worden. Hardware und Design entsprechen weitgehend dem regulären Fairphone 6. Im Inneren gibt es jedoch zwei Unterschiede: Statt des Snapdragon 7s Gen 3 und 8GB Arbeitsspeicher kommen ein leistungsfähigerer Snapdragon 7s Gen 4 und 12GB Arbeitsspeicher zum Einsatz.
